Das Büchernörgele ist ein phantastisches Wesen aus Michael Endes satanarchäolügenialkoholoschem Wunschpunsch. Es verbringt sein Leben, wie der Name verrät, damit, an Büchern herumzunörgeln. Ob man selbst seit Beginn des Buchbloggens zum Büchernörgele mutiert, will Bücherverschlingen am heutigen Dienstags-Montag via Buchfresserchens Montagsfrage wissen.

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Ich sehe Marcel Reich-Ranicki nicht ähnlich, wie ich finde. Das Büchernörgele schon. Aber das werdet ihr als Antwort wahrscheinlich nicht durchgehen lassen. Ihr fordert eine umfassende, ausufernde Antwort. Zurecht, wie ihr glaubt. Seid aber nicht darauf vorbereitet, dass ich einfach ein wenig Statistik betreibe.

Ich habe in meinem Blog die Kategorien „Ich rate zu“ und „Ich rate ab“.

„Ich rate zu“ listet:

  • 4 Filme
  • 2 Serien
  • 9 Bücher
  • 1 Hörspiel
  • 1 Musik-CD

 

„Ich rate ab“ listet:

  • 3 Bücher

 

Okay, Zeilenende, mögt ihr einlenken, zum Schein.

Denn euch fällt ein weiteres Argument ein.

Dein Trick ist unglaublich gemein.

Dein Bewertungs-System ist ziemlich simpel.

Bildest damit ab bloß zwei Drittel.

Vergisst das dazwischen, da wird mir übel.

 

Bevor das hier noch schlimmer mit den Reimen wird, Drittel und übel fällt schon unter „Reim dich oder ich fress dich“, gebe ich euch recht. Es ist nicht einfach, in der Kategorie „Ich rate ab“ zu landen. Ich habe die Option, Buch oder Film im Blog nicht zu besprechen. Das mache ich nämlich nur, wenn ich mich wirklich über etwas geärgert habe und eine Katharsis benötige. Umgekehrt ist es ziemlich leicht, in „Ich rate zu“ zu landen, weil ich vornehmlich lese und schaue, was mir gefällt. Bei der Auswahl habe ich ein glückliches Händchen. Drittens kommt hinzu, dass ich bei manchen Besprechungen auch weder ein zu noch ein ab vergebe. Dann bespreche ich nur aus Chronisten-Pflicht, weil ich mir denke: „Vielleicht interessiert es jemanden, dass das netter Zeitvertreib, aber nichts Besonderes ist.“

Ich bin kein Buch- oder Filmblogger. Den Anspruch habe ich gar nicht. Von daher kann ich von mir nicht behaupten, seit der Veröffentlichung von Besprechungen kritischer geworden zu sein. Ich lese seit vielen Jahren, ich habe in meinem Leben schon viel gelesen. Das ist aber gänzlich unabhängig von meinem Blog. Ich begegne Büchern mit Wertschätzung, weil sich da im Zweifelsfall jemand Mühe gegeben hat und mich unterhalten will. Ich suche lieber das Gute im Schlechten als das Schlechte im Guten. Zumindest bei Büchern. Von daher: Nein.

Ich bin in meinem Urteil differenzierter geworden. Seitdem ich noch einmal gründlich darüber nachdenke, warum mir ein Buch ge- oder missfallen hat, kann ich meine Urteile besser begründen, finde ich. Aber ich begegne jedem besprochenen Buch zunächst mit Wohlwollen. Und eine schlechte Bewertung gibt es nur, wenn dieses Wohlwollen auf üble Weise missbraucht wurde.

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