Willkommen in Zeilenendes wunderbarer Weihnachtswelt, Teil 5. Ihr habt mit mir gemeinsam schon Schwarz-Weiß-Gebäck und Basler Leckerli gebacken, wir haben über alte Männer und Geschenke nachgedacht und ich habe euch ein wenig Weihnachtsdeko gezeigt. Heute verrate ich euch, wie man Zeilenendes Spezialgebäck herstellt und wieso Weihnachten ohne Rolf Zuckowski kein Weihnachten ist.

Fangen wir mit der Bäckerei an. Der Teig ist schnell und unkompliziert gemacht, aber während er im Backofen ruht, haben wir ein wenig Zeit zum Plaudern. Ihr benötigt für ein Backblech folgende Zutaten:

200 Gramm Butter (weich)
200 Gramm Zucker
200 Gramm brauner Zucker
2 Eier
200 Gramm Erdnussbutter crunchy
300 Gramm Mehl
100 Gramm Haferflocken (blütenzart)
2 Päckchen Backpulver
2 Päckchen Vanillezucker
1/2 TL Salz
300 Gramm Kuvertüre (Vollmilch)
150 Gramm Erdnussbutter crunchy

Das Plätzchenrezept ist wirklich simpel, der Geschmack ist durchschlagend. Ich sprach in meinem ersten Beitrag von nur wenigen Klassikern. Dieses ist einer der Klassiker. Er kommt so gut an, dass mir Gewalt angedroht wird, wenn ich auch nur darüber nachdenke, sie nicht zu backen.

20151128_100401.jpg

Heizt schonmal den Backofen vor, ihr benötigt 180° Ober-/Unterhitze. Fangt mit Butter und den drei Zuckersorten an. Ich rate beim braunen Zucker zu Rohrzucker, schmeckt einfach besser. Das braune ist aber wegen der Farbe wichtig. Gebt Butter und Zucker in eine Schüssel und schlagt es gründlich auf, ähnlich wie beim Rührteig.

20151128_105031.jpg

In diese homogene Masse gebt ihr nun Mehl, Haferflocken und das Backpulver. Beides gründlich vermischt wird diese trockene Masse ordentlich untergerührt. Dabei entsteht eine krümelige Masse, die eine gute Grundlage für den nächsten Schritt bietet.

20151128_105907.jpg

Die wichtigste Zutat hat nun ihren Auftritt, die Erdnussbutter. Okay, die Eier sind ebenfalls wichtig, die geben dem Ganzen nämlich ein wenig Lockerheit. Jetzt heißt es rühren, rühren, rühren. Wie gesagt, das Rezept ist kein Rührteig, ähnelt ihm aber in mancher Hinsicht. Und so freut sich der Teig darüber, vom Handmixer auf höchster Stufe zwei bis drei Minuten vermöbelt zu werden.

20151128_110632.jpg

Nun streicht ihr die Masse auf ein gefettetes Backblech. Es sollte einigermaßen gleichmäßig sein, aber wie ihr auf dem Bild sehen könnt, muss es nicht allzu ordentlich geschehen. Das gleicht sich beim Backen schon aus. Nun wandert das Blech für 10 Minuten in den Backofen.

20151128_113205.jpg

In der Zwischenzeit schmelzt ihr die Kuvertüre gemeinsam mit der Erdnussbutter im Wasserbad. Wenn ihr nicht so coole Ofenhandschuhe habt wie ich, grämt euch nicht. Es funktioniert auch mit wesentlich weniger stylischen Accessoires.

Während ihr versonnen in dem Guss für die Plätzchen rührt, fällt euch womöglich eine alte Kassette in die Hände. „Zeilenende, was ist denn eine Kassette?“ „Ja, liebe Kinder. Als Zeilenende jung war, gab es noch kein Streaming, genau genommen gab es noch nicht einmal das Internet. Aber es gab MCs und Kassettenrekorder. Damit konnte man Musik von der MC, vulgo ‚Kassette‘ streamen. Die Technologie hatte Nachteile: Die Playlists waren festgelegt und man konnte die Musik nur playlistweise erwerben. Die Zusammenstellung eigener Playlists war nur über Umwege und mit erheblichem Aufwand möglich. Man musste mit einem Mikrofon vor einem Radio sitzen, warten und Glück haben.“

Uh, unser Kuchen ist fertig, machen wir also erst einmal weiter.

20151128_113231.jpg

Das Original-Rezept sieht vor, den Kuchen auskühlen zu lassen, aber das bringt nichts. Also den Guss ruhig auf den noch warmen Kuchen auftragen. Großzügig verstreichen, bis an die Ränder. Dann auskühlen lassen.

Zurück zur Weihnachtsstimmung. Für Weihnachtsstimmung sind Kassetten nämlich von großer Bedeutung. Genau genommen ist eine Kassette von immenser Bedeutung: „Winterkinder“ von Rolf Zuckowski. Rolf und seine Freunde war ohnehin der Sound meiner Kindheit, wie der von Billarden anderen Kindern. Und diese Kassette gehört zur Vorweihnachtszeit dazu, nicht allein wegen „In der Weihnachtsbäckerei“, sondern auch wegen „Winterkinder“, „Es schneit“ und „Wann kommst du, Weihnachtsmann?“

Ich bin kein sonderlich sentimentaler Typ. Manchmal hege ich nostalgische Gefühle und schwelge in der Vergangenheit. Gerührt ob der Vergangenheit bin ich aber nur selten. Rolf Zuckowski ist die Ausnahme. Ich kann Schnee zum Beispiel nicht sonderlich leiden, aber bei „Winterkinder“ und „Es schneit“ singe ich lauthals mit und freue mich. In diesem Jahr musste ich bei „Wann kommst du, Weihnachtsmann?“ eine kleine Backpause einlegen, mich hinsetzen und ein wenig gerührt sein.

20151130_111339.jpg

Wenn ihr nun ähnlich gerührt seid wie ich, ist es Zeit die Plätzchen fertig zu machen. Schneidet die Platte in Streifen und die Streifen in Stücke, verpackt sie in einer Dose und genießt sie. Wichtig ist, sie wohldosiert zu essen, sonst reichen sie nicht zu Weihnachten. Das ist wie bei Rolf Zuckowski. Ich könnte diese Kassette pro Tag bestimmt 5x durchlaufen lassen, aber dann verliert sie wahrscheinlich nach zwei Wochen ihren Zauber. Genießt ein paar Happen der Erdnussrauten und hört die Kassette nur einmal pro Tag. Dann klappt es vielleicht auch mit der Weihnachtsstimmung. Zumindest an jedem Tag über die Laufzeit der Kassette.

Und wenn ihr noch nicht genug von Erdnuss-Weihnachtsgebäck habt, lege ich euch noch das Rezept für Erdnusssterne auf esstmehrkuchen ans Herz.

Advertisements

10 Kommentare zu „Zeilenendes Weihnachtsdorf: Erdnussrauten

    1. Die Plätzchen, die ich morgen herzeige, die Erdnussrauten und das Schwarz-Weiß-Gebäck sind fast leer. Meist ist es so, dass bis Weihnachten das Meiste gegessen ist, spätestens an Silvester wird die Dose im Wohnzimmer zum letzten Mal aufgefüllt.

      Gefällt mir

      1. Gefällt mir. Viele machen es, weil man es eben so macht in der Adventszeit, und entsprechend lieblos sind die Ergebnisse dann häufig.

        Ich glaube, die Deinen wissen das eh 😉

        Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s