Willkommen in der bunten Welt der Warner Bros. Ja, ihr lest recht. Heute mal kein Pixar, kein Dreamworks, keine Animation, sondern ein gutes altes Zeichentrickvergnügen. Auch wenn ich die Geschäftspraxis dahinter zweifelhaft finde.

Quelle

Statt einer kopierten Inhaltsangabe

Auch wenn die DVD einen anderen Eindruck macht, das hier ist kein Film mit Daffy Duck in der Hauptrolle. Vielmehr ist es eine Clip-Show, die um eine Rahmenhandlung ergänzt wird. Daffy Duck und Speedy Gonzales sitzen auf einer einsamen Insel fest und finden einen Wunschbrunnen. Daffy, geschäftstüchtig wie immer, vermarktet den Brunnen und ermöglicht den zahlreichen Warner-Charakteren Zugang zum Wunschbrunnen – natürlich gegen fürstliche Belohnung. Die Wünsche werden dann in den zahlreichen Kurzfilmen aus der Warner-Vergangenheit erfüllt.

Charaktere

Nicht nur Asterix ist ein Kinderheld. Mein Vater hatte zahllose Kurzfilme von Tom & Jerry, Pink Panther und natürlich auch Bugs Bunny in seiner Videosammlung. Ich würde schätzen, knapp die Hälfte der TV-Aufnahmen bestand aus Cartoons. Als Kinder haben meine Brüder und ich dementsprechend häufig vor der Glotze gesessen und uns an den Abenteuern erfreut. Ich begegne also wieder einmal zahlreichen Kindheitshelden.

Positiv fällt zunächst auf, dass der in Deutschland doch sehr stiefmütterlich behandelte Speedy Gonzales im Film Daffys Sidekick ist. Die schnellste Maus von Mexiko mag ich gern und habe mich darüber gefreut, dass ihr mal ein wenig Airtime eingeräumt wird. Neben Daffy Duck verblasst Speedy allerdings völlig. Daffy spielt ganz groß auf, wo der blöde Hase ihm einmal nicht im Weg ist. Daffy ist geldgierig, geltungssüchtig und egoistisch, man könnte auch sagen, er sei Warners realistischste Figur. Ich mag Daffy, weil man ihn auch positiv sehen kann: Daffy gibt sich nicht der Illusion hin, dass Selbstlosigkeit die Welt besser macht. Er lebt nach der Devise, wenn jeder an sich selbst denkt, ist an alle gedacht. Das ist zwar ähnlich kurz gedacht, aber ich habe vor einem Gesellschaftssystem kollektiver Selbstlosigkeit sehr viel mehr Angst als vor einem egoistischen.

Auftritte haben natürlich auch Sylvester & Tweety, die mehr sind als nur eine Kopie von Tom & Jerry. Sylvester darf in seinem Clip beweisen, dass er ein talentierter Bastler ist, dessen Fähigkeiten über die von Wile E. Coyote weit hinausgehen. Letzterer muss letztlich immer auf den ACME-Katalog zurückgreifen, um den Road Runner dann doch nicht zu fangen. Sylvester schafft es aus eigener Kraft, Tweety nicht zu erwischen. Erwähnenswert sind außerdem noch Taz und Yosemite Sam. Die beiden treten, wie auch Bugs Bunny, in der Rahmenhandlung auf. Streng genommen sind sie auch die Gegenspieler von Bugs und nicht von Daffy. Aber die Geschichte macht es möglich, dass die beiden – als Piraten, köstlich! – auch zu Daffys Gegenspielern werden. Das war ein geschickter Schachzug, denn wenn Daffy der Held und nicht der Schurke im Tandem mit Bugs Bunny ist, heißen sein Gegenspieler eigentlich Elmer Fudd oder Marvin der Marsmensch. Elmer ist nun wirklich ein Langweiler, Marvin hingegen passt nicht in den Inselkontext.

Und sonst so?

Großartig gemacht ist die Rahmenhandlung: Daffy auf der einsamen Insel und der Zuschauer weiß nicht, wie es dazu kommt. Der Wunschbrunnen erlaubt eine Rückblende und erleuchtet uns. Wir erfahren nicht nur, wie Super Duck entstanden ist, wir werden auch Opfer der großen Paradoxien, die jeden guten Zeichentrickfilm ausmachen. Denn eigentlich strandet Daffy auf der Insel, weil er auf der Insel gestrandet ist. Ähnlich absurd ist die Tatsache, dass Speedy und Daffy Werbung für den Wunschbrunnen machen können und ein riesiges Publikum anziehen, obwohl sie die Insel nicht verlassen können. Aber das schöne an diesen Zeichentrickfilmen ist, dass sie sehenden Auges auf jede Logik verzichten – und Daffy Duck ist als Hauptdarsteller für solch ein Szenario blendend geeignet. Keine der Warner-Figuren missachtet die Logik konsequenter als die schwarze Ente.

Ein Minuspunkt ist, dass die Geschichten mit den anderen Warner-Charakteren allesamt bekannte Clips sind. Zumindest kam es mir so vor, ich kannte sie alle schon und spätestens bei Pepé le Pew machte sich eine gewisse Ermüdung meinerseits bemerkbar. Das ist schade. Die Rahmenhandlung ist wirklich gut gemacht, funktioniert ohne Einspieler allerdings nicht. Super wäre es deshalb gewesen, wenn zumindest ein paar Clips speziell für den Film gezeichnet worden wären. Deshalb gibt es von mir auch heute keine Schau-Empfehlung. Da rate ich lieber zu einer der diversen Looney-Tunes-DVD-Boxen. Was mich aber schon interessieren wird: Wer ist denn euer Liebling unter den Looney Tunes?

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