Wieder geht es in die heilige Stadt. Ich habe wohl zu viel Freizeit oder Köln hat zu viele Sehenswürdigkeiten oder ich bilde es mir zumindest ein. Ich habe mir vorgenommen, auch mal wieder ins Museum oder nach Bonn zu fahren, aber das Wetter war gut und ich wollte meine erwachende Liebe zu den Kranhäusern mit weiterem Futter nähren. Deshalb gibt es jetzt einen Einblick in meine Phototour das Rheinufer entlang.

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Ich mag die Kranhäuser wirklich. Ich hatte das Problem eines sonnigen Tages, sie in toto einzufangen, war leider nicht möglich, aber manchmal entfaltet auch das Detail eine gewisse Wirkung. Die Kranhäuser sind Monumente der Moderne, das stimmt schon, aber ehrlich gesagt: Stellen wir uns Deutschland als eine Ansammlung von historischen Altstädten vor, wäre es dann nicht furchtbar langweilig? Die Konsequenz wäre doch folgende: Deutschland würde es wie Großbritannien ergehen. Auch dort gibt es moderne Gebäude, aber im Fernsehen erscheint uns das Land als große Rosamunde-Pilcher-Kulisse. Dagegen möchte ich ein paar Akzente setzen.

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Moderne ist ein dehnbarer Begriff, wenn man sich meinen Einstieg anschaut, denn die Hohenzollern-Brücke ist auch schon über hundert Jahre alt, auch wenn sie im zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Sie ist dennoch ein Bauwerk der Moderne, stählerne Bögen mit ästhetischem Anspruch. Darüber hinaus ist sie für mich, der mit der Bahn fährt, das Tor nach Köln. Sobald mein Zug den Deutzer Bahnhof verlässt, packe ich mein Buch weg und schaue gebannt aus dem Fenster, ob ich ein paar Schiffe erspähen kann.

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Man kann über Microsoft sagen was man will, mein Bild versucht wahrscheinlich auszudrücken, dass hier die dunkle Seite der Macht residiert. Aber ganz unabhängig von der Firma, in solch einem Gebäude könnte ich mir vorstellen, auch zu arbeiten.

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Auch die Palmen aus weißem Metall fand ich eine witzige Idee. Im Sonnenlicht strahlen sie wie übernatürliche Erscheinungen und ich vermute, an diesigen Tagen setzen sie einen Lichtfleck in die Betrübnis.

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Moderne Fassaden laden auch zum Spielen ein. Auf dem Bild seht ihr das EA-Gebäude (das Photo hinter dem Link ist von der offiziellen Homepage), ich habe mich davor gestellt und nach oben geblickt. Wer hoch hinaus will, ist bei EA offenbar an der richtigen Adresse.

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Apropos hoch hinaus. Wer hoch hinaus möchte, braucht dafür eine Leiter, bequemer geht es über eine Treppe. Treppen gibt es im Rheinau-Hafen zur Genüge. Und es gibt die eine Treppe, die Led Zeppelin besungen hat, die Treppe in den Himmel. Ich habe sie entdeckt, inne gehalten und vor mich hingesummt.

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Und manchmal findet man Treppen und Moderne auch im Detail, wenn man sich die gestapelten Stühle eines Straßencafés nur genau genug ansieht.

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Ich erwähnte zum Photo der Hohenzollernbrücke bereits, dass ich Schiffe gern mag. Und Schiffe gab es viele zu sehen, die von links nach rechts oder von rechts nach links fuhren, manches Schiff lag auch friedlich an der Leine, ein Schiff war gar kein Schiff, sondern das Schokoladenmuseum und manche Schiffe hatten sich offenbar verfahren und nahmen meine Aufmerksamkeit und Kamera zum Anlass, mitten auf dem Rhein und vor meiner Linse beeindruckende Wendemanöver vorzunehmen.

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Bei aller Liebe zur Moderne gibt es natürlich auch im Rheinau-Hafen mehr zu sehen als nur Fassaden. Wenn man sich ein wenig vorbeugt und als vorbeugende Maßnahme die Kamera etwas fester packt, sieht man, wie sich auch in einem Hafenareal die Natur Bahn brechen kann.

Zum Abschluss der Tour hatte ich dann aber ein wenig Mitleid mit Mutter Zeilenende, die sich meine Photos auch immer anschauen muss und einen noch erschöpfenderen Vortrag dazu serviert bekommt als ihr. Mutter Zeilenende findet die Gebäude im Rheinau-Hafen, insbesondere die Kranhäuser „potthässlich“. Ich sehe den Zusammenhang mit Töpfen zwar nicht, überhaupt finde ich Töpfe auch nicht hässlich, aber ich hatte Mitleid mit ihr. Denn das Schöne am Rheinauhafen ist: Überquert man die Straße oder blickt zum Deutzer Rheinufer, erspäht man auch schöne alte Fassaden. Und wenn man bis zum Alter Markt geht, kann man auch der Illusion erliegen, dass man zwischen Dom und Groß St. Martin eine Wäscheleine spannen kann. Der Rheinau-Hafen ist jedenfalls einen Besuch wert.

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6 Kommentare zu „Rheinau-Hafen

  1. ich finde die Kranhäuser auch toll, die ich ähnlich bereits viele Jahre zuvor an der Eöbe gesehen habe. Als sie noch nicht auch in Köln standen träumte ich immer davon, dass am Uferrand auf dem Rheinwasser ein schwimmender Markt wachsen würde… leider gibt es den bis heute noch nicht. Kann aber ja noch werden 😀
    Schöne Kölnbilder sind das! Da bekomme ich immer Heimwehflimmern, wenn ich mir die ansehe. Vielleicht fahre ich morgen mal für ein paar Stunden hin…

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    1. Das mit dem schwimmenden Markt fände ich auch extrem cool, so wie man das klischeehaftin manchen Filmen hat, die in Südostasien spielen … Von Boot zu Boot hüpfen und sich mit frischen Waren auf dem Wasser einzudecken.
      Danke für das Kompliment, Köln ist erstaunlicherweise doch stets eine Reise wert, selbst wenn man die Stadt selbst nicht mögen sollte. 🙂 Wenn du fährst, bring dir doch einen Baukasten zum Dombasteln mit, dann haste Kölle im Wohnzimmer. *g*

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      1. ja, genau…. diese klischeehaft südostasiatischen Boot zu Boot hüpf – Märkte. die meine ich. Vieleicht sollte ich mal Exklassenkameraden kontaktieren, die heute kölner Stadtpolitik machen…
        Lach nicht. Jedes mal, wenn ich in Köln bin überlege ich, ob ich mir nicht was aus dem Domsouvenirladen fürs Wohnzimmer mitnehmen soll, jetzt schon 10 Jahre lang. Aber ich habe das bis heute nicht verwirklicht. Dafür musste ich zu meinem 50. Geburtstag den Dom aus Holzklötzen nachbauen, damit meine Freunde hier mal eine klare Vorstellung von diesem Gebilde bekommen.

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  2. Zuerst dachte ich, es sei ein Tippfehler: Kranhäuser? Krankenhäuser? 🙂
    Nie davon gehört.
    Die Lichterpalme hätte ich gern im Garten.
    Schöne Fotos.
    Ich war bisher 2 bis 3 mal in Köln, aber immer nur, um den Dom anzuschauen, draufzuklettern und sich anschließend im Strassencafe von der Strapaze zu erholen. 🙂

    Ich warte übrigens auf einen Beitrag ausschließlich über Frau Zeilenende. Sie scheint eine bemerkenswerte Dame zu sein 🙂

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    1. Mutter Zeilenende bitte. *g* Die Rolle der Frau Zeilenende ist im Drehbuch nicht vorgesehen. Sie ist übrigens gerade aufgestanden und beschwert sich über irgendetwas. Vielleicht sollte ich ihr echt mal einen Beitrag widmen, sie muss für diesen Blog ja eh ständig leiden. *Knoten ins Taschentuch macht*
      Danke für das Kompliment, ich bemühe mich weiterhin, euch die wenifen schönen Seiten Kölns nahezubringen. Beim nächsten Mal also: Kranhäuser bestaunen. Sieht man gut, wenn man von Deutz über die Hohenzollernbrücke in den Hauptbahnhof einfährt, auf der linken Seite. UN-übersehbar. 🙂

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