Marvel’s Agents of S.H.I.E.L.D.

Okay, lieber Zeilenende, jetzt mal Hand aufs Herz. Du behauptest, du seiest DC und nun schreibst du schon wieder über Marvel. Bist du krank oder inkonsequent?

Lieber Leser, das ist so. DC ist zwar toll, aber die bringen momentan nicht so viel Neues, das was sie bringen ist meist Mist, Comichefte lese ich derzeit mal wieder eher nicht und Marvel bringt halt jeden Tag drei neue Filme und zwei Serien an den Start, da muss zwangsläufig ja mal was gutes dabei sein und nicht immer nur Fantastic 4 oder Iron Man dabei rumkommen.

Ja, als DC-Fan hat man es wirklich nicht leicht. Nehmen wir mal die Wikipedia-Liste der Filme und Serien seit 2000, steht da eine Menge Mist oder Zeug, das ich nicht gesehen habe. Um den Mist beim Namen zu nennen: Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen, Catwoman, R.E.D., R.E.D. 2, Green Lantern, Man of Steel. Bei den Serien ist es vor Allem Zeichentrick, Arrow, The Flash und Gotham habe ich noch nicht zu sehen geschafft, Smallville fand ich doof und Birds of Prey ist zu unrecht abgesetzt worden. Auf der Habenseite stehen da sonst nur noch Constantine, die Batman-Trilogie und Watchmen.

Was bleibt mir also anderes übrig, als mal zu gucken, was die Konkurrenz so treibt? Marvel ist nunmal wesentlich produktiver als DC. Und auch wenn das reichlich stereotyp ist, was da kommt, findet sich die ein oder andere reizvolle Geschichte. Neben dem von mir bereits gehypten Agent Carter hat es mir auch Agents of S.H.I.E.L.D. angetan.

Das Schöne an beiden Serien ist, dass sie das Marvel-Universum vertiefen, ohne auf Superhelden zurückgreifen zu müssen und sich mit deren Stereotypen zu beschäftigen. AoS (das ist mir zu lang zu tippen), ist damit eine Agentenserie mit SciFi-Elementen und auch ohne die Backstory wunderbar anzusehen. Und wer sich im Marvel-Universum rudimentär auskennt, hat seinen Spaß an der Sache.

Die Serie ist abwechslungsreich inszeniert, sie bietet ein gerüttelt Maß Action, die Charaktere verfügen (was ich bei Agent Carter wegen des historischen Settings bemängelt habe) tatsächlich über einen solchen. Sie haben Schwierigkeiten, Träume, Pläne, Agenden. Wir erleben ein Team voller Individualisten, die sich zusammenfügen müssen, wir erleben Wissenschaftler, die lernen müssen, Field Agents zu sein. Insbesondere die beiden Wissenschaftler sind großartig portraitiert. Plötzlich finden sie sich mitten in der Action wieder und müssen damit klar kommen, dass auch einmal auf sie geschossen wird oder ihre Leben bedroht sind. Gleichzeitig sind sie natürlich die riesigen Nerds, die von ihrer Arbeit besessene Wissenschaftler zwangsläufig sind. Aber sie werden immer liebevoll dargestellt, sie werden nie der Lächerlichkeit preisgegeben, andererseits werden sie aber auch nicht zu Übercharakteren. Vice Versa für die schießwütige Fraktion.

Im Mittelpunkt steht Agent Coulson, mit Sonderstatus bei S.H.I.E.L.D., weil er derjenige ist, der von den Toten zurück kehrte und eine Weile auf Tahiti verbracht hat. Tahiti ist damit ein wesentliches Element des Plots der ersten Staffel. Was hat es mit Tahiti auf sich?

Zweiter wesentlicher Bestandteil der Story ist – wie es sich für eine Agentenserie gehört – eine große Verschwörung. Und was strahlte ich, als die Verschwörer ihre Identität lüfteten. Doch nicht nur für Aficionados wie mich bietet dieser Teil der Story Spannung. Es ist zum einen hervorzuheben, dass die Verschwörung immer bedeutsamer wird, je weniger relevant Tahiti ist, weil sich die Geheimnisse lüften. Der Übergang ist großartig gemacht, die Themen gleiten ineinander und der Staffelstab der Haupthandlung wird beinahe unbemerkt weitergegeben. Mir wurde das auch erst klar, als ich es für euch niederschrieb. Zum Anderen ist es auch die Verschwörung selbst. Plötzlich sind alle Loyalitäten in Frage gestellt und glaubt man als Zuschauer, man hat endlich die Fronten endlich geklärt, geschieht irgendein Verrat, der ganz logisch ist und man sich fragt, wieso man das übersehen konnte. Der Zuschauer wird zum Betroffenen der Verschwörung, weil die Charaktere beständig Verrat an unseren Erwartungen begehen. Es ist, als ob sie sich auf einer Meta-Ebene auch gegen uns verschworen hätten.

Wem ich mit meiner begeisterten Besprechung nicht das Wasser im Munde habe zusammenlaufen lassen, dem kann ich auch nicht helfen. Das einzige was ich dann noch tun kann ist: Schaut euch verdammt nochmal die Serie an!

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3 Kommentare zu „Marvel’s Agents of S.H.I.E.L.D.

  1. Jetzt bin ich noch heißer auf die Serie. Alleine schon wegen Whedon muss ich sie irgendwann noch sehen, auch wenn ich nicht der weltgrößte Marvel-Fan bin. Du aber anscheinend auch nicht. Mal sehen, wann ich dazu komme… 🙂

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    1. Wahrlich nicht. Ich würde nicht sagen, dass ich Marvel nicht mag, aber ich finde die Marvel-Helden einfach in der Masse weniger reizvoll. Ist wahrscheinlich so wie im Fußball (das kann ich nämlich nicht nachvollziehen), wo man die eine Mannschaft mag, die andere nicht, egal wie gut die spielen. Und dennoch oder vielleicht gerade deshalb ist AoS so reizvoll, weil es sich vom Marvel Cineastic Universe absetzt, es tatsächlich verbreitert und nicht immer wieder auf die Avengers zusammenläuft, wo man alles in einen Topf schmeißt, gut durchrührt und am Ende das hat, was im Seniorenzentrum vornehm „Passierte Kost“ genannt wird.

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