Gestatten? Zeilenende, Bäckergeselle und Langschläfer.

Guten Morgen, liebe Bloggergemeinde. Heute ist ein merkwürdiger Tag und das nicht nur, weil ich euch persönlich begrüße (eine Art zu bloggen, die ich nicht gern mag) oder weil dieser Blogbeitrag recht spät erscheint und auch nicht, weil ich heute nicht einmal am Rande erwähnen werde, welche Serie nebenbei im TV läuft.


Es ist vielmehr alles zusammen genommen und noch ein wenig mehr, das Brotbild kommt noch hinzu und auch die Bemerkungen in der Überschrift. Von daher ist dieser Beitrag auch erzählerisch anders. Mag sein, dass ich es unbewusst manchmal so halte, aber am Wohlsten fühle ich mich im chronologischen Erzählen, ich weiß manchmal am Anfang ja nicht einmal, wo ich ende. Heute beginnen wir am Ende und enden am Anfang, nämlich hier:

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Beeindruckend, oder? Nicht das Bild, ich bin mir bewusst, dass es unter photographischen Gesichtspunkten nicht viel her macht, aber das Motiv ist schon einigermaßen geil.Das ist die Ausbeute von gestern. Also gut, erwischt, ein Teil der Ausbeute, ich habe nämlich auch noch Salate gemacht und von der Foccaccia ist nur noch der eine Streifen unten links übrig. Sonst würde da noch ein Brotkreis mehr sein, angelehnt an die Küdhenrolle oder so. Aber dann wäre das zentrale Motiv des Bildes, meine wunderschöne Birnen-Küchenuhr, verdeckt werden.
Manches bleibt, wie es ist, nicht nur das Brotbild, auch die Abschweifung. Ich kann nicht ohne. Vielleicht heute morgen nicht so munter, denn ich bin immer noch ziemlich verpennt, trotz neun Stunden Schlafs und das, obwohl ich niemals nicht durchschlafe. Doch jubiliert und feiert, ich habe es heute tatsächlich geschafft. Entweder verausgabe ich mich an normalen Tagen noch nicht hinreichend oder ich muss ab sofort jeden Tag der Eiweiß-Völlerei fröhnen oder es liegt an der Art des Alkohols, den ich mir manchmal gönne.
Das Bild zeigt ja schon, wie die Verausgabung aussieht, vielleicht bin ich auch bloß zufrieden, dass ich meine hauseigene Bäckergesellenprüfung abgelegt habe, weil ich es endlich mal geschafft habe, ein Brot zu backen, mit dem ich sowohl geschmacklich (daran haperte es mit der Kühlschrankgare) als auch ästhetisch (daran haberte es bei langer regulärer Gare) zufrieden war. Weniger Sauerteig, kürzere Gare, dafür festerer Teig, dennoch bessere Backresultate: Manchmal ist Logik nicht alles. Doch nun von links nach rechts:

-Zucchinibrot: Ein widerwärtig zu backendes Brot mit großartigem Geschmack. Die Zucchini machen es richtig saftig, obwohl es ein reines Hefebrot ist, der Geschmack kommt bei mir durch 100g geriebenen Pecorino und 2 EL Kräuteröl (mit Estragon, Thymian, Basilikum, Oregano, Majoran und Bohnenkraut). Der Teig hingegen war widerspenstig. Er klebte, er ließ sich nicht richtig kneten und er floss ständig. Ich musste ihn in eine kleine Springform sperren, damit er zum Brotlaib wurde.
-Foccaccia kenne ich eigentlich nur als „Wir backen einen Hefefladen und haben keine Lust, ihn Fladenbrot zu nennen“. Der hier ist besser. Der Teig bekommt gerade so viel Wasser, dass alles zusammen hält. Teigfladen backe ich eigentlich immer mit maschineller Unterstützung, in dem Fall hatte ich zwischendurch Angst um den sonst recht leistungsstarken Handmixer. Aber die Ängste haben sich gelohnt. So kam ein Fladen heraus, der nicht weich und knusprig war, sondern der außen herrlich mürbe und dennoch knusprig, im Inneren weich und flaumig war.
-Malzbrot: Letzte Woche hatte ich das Malzbier vergessen, ich Depp. Diese Woche hatte ich es mir Abends noch neben den Aschenbecher gestellt, weil ich nie vor der ersten Kippe des Tages backe. Und es hat geholfen. 🙂 Herausgekommen ist ein kleines Roggenvollkornbrot, das ausgesprochen hübsch ausschaut und so ganz anders schmeckt als man es von einem Brot erwartet, noch kräftiger als „normale“ Sauerteigbrote.
-Mehrkornbrot: Damit mache ich die Familie immer glücklich. Die mögen Weizenmischbrote lieber, ich die Roggenmischbrote, aber weil ich schon Roggenvollkorn am Start hatte, gab es Mehrkorn in der Hellen Variante. Haferflocken, Sesam, Sonnenblumenkerne und Leinsamen sind hier gefragt.
-Stuten: Das war Resteverwertung. Ich hatte Rosinen, Sukkade und Korinten über, die nur Platz wegnahmen. Und ich hatte zu viel Trockensauer im Keller rumstehen. Dann backe ich immer Stuten, den ich bewusst dunkler backe. Schmeckt mir besser, gibt ihm etwas Herzhaftes.
-Eierlikör-Gugelhupf „Death by Chocolate“: Der Name stammt von meinem Bruder, weil ich hier auch Reste verwertet habe. Der Eierlikör stammt aus Eigenproduktion, aber den mögen nur Mutter Zeilenende und ich. Damit er nicht verdirbt, habe ich heimlich einen Eierlikörkuchen gebacken. Und niemand hat es gemerkt, nur Mutter Zeilenende war eingeweiht. Alle fanden den Kuchen super. Die Glasur ist auch Resteverwertung. Einzelne Kuvertüreblöcke, ein Osterhase, ein Weihnachtsmann. Osterhase und Weihnachtsmann sollten eigentlich als Stücke IN den Kuchen, das fiel mir aber erst ein, als ich ihn im Ofen hatte. Ich musste ja Tempo machen, damit niemand von en Herren im Haushalt merkt, dass da Eierlikör drin ist. Also habe ich doppelten Guss aus brauner und weißer Schokolade gemacht, tricky me.

Ich habe sogar noch mehr Reste verarbeitet. Im Keller waren noch Löfelbiskuits und eine angebrochene Tüte gemahlene Mandeln. Mutter Zeilenende muss heute auf einen Geburtstag und sponsort einen Kuchen. Ihr Rezept begann mit „Ein Mürbteigboden“,da habe ich sofort interveniert und angeboten, diesen herzustellen. Nun besteht er aus Mandeln, Löfelbiskuits, Butter, einem Ei, Puderzucker (ist mir im Mürbteig lieber, macht ihn feiner) und homöopathischen Dosen Mehl. Der Teig schmeckt gut, ich hoffe, der fertige Boden und der Kuchen (steht noch im Tortenring, ist was mit Gelatine) sind so gut wie es sich anfühlte, ihn zuzubereiten.

Habe ich alle Punkte abgearbeitet? Der Humor fehlt noch ein wenig, wie mir scheint, liegt daran, dass ich noch verpennt bin. Aber ich bin ja auch erst eine Stunde wach. Und deshalb bin ich nicht zum Serienschauen gekommen, zwischen halb Zehn und Zehn steht Mutter Zeilenende auf und es wird zu turbulent zum Fernsehen. Sie sitzt gerade auch selbst vorm Fernseher. Aber heute Nachmittag sind sie ja auf dem Geburtstag, dann habe ich genug Zeit, um exzessives Bingedrinking zu betreiben.

Überhaupt Humor, ich bin ja nicht auf Kommando lustig. Eigentlich bin ich wehr selten lustig, das sind meistens Versehen. 😉 Und bevor ich hier noch aus Versehen lustig werde, ende ich am Anfang, wie ich versprochen habe:

„Guten Morgen, liebe Bloggergemeinde. Heute ist ein merkwürdiger Tag und das nicht nur, weil […]“

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5 Kommentare zu „Gestatten? Zeilenende, Bäckergeselle und Langschläfer.

  1. du bist so gaga 🙂 🙂 🙂

    ich habe heute eine riesige Menge Umzugs-Gulaschsuppe gekocht. Eine Kollegin zieht morgen auf Wolke sieben …..oder in den siebten Himmel ? und ich unterstütze sie dabei mit der Verpflegung der Helfer.

    *endlich die Füsse hochleg*

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