So viel Liebe kann ich ja kaum ertragen. Nachdem mich eine Nominierung von moopenheimer erreicht hat, den ich für sein Engagement für Flüchtlinge noch mehr bewundere als für seinen wundervollen Blog, hat mich auch Mütterchen Frost mit dem Award bedacht. Ich sage artig danke und spreche auch eine Empfehlung aus, mal bei ihr und ihren vier Hörnchen vorbei zu schauen. Eigentlich interessiere ich mich nicht so für Mütterblogs, aber, ich zitiere mich selbst:

„In konzentrierter Form das, was ich an deinem Blog so sehr liebe, weniger das Thema, als viel mehr diese herrliche Art: Zielstrebiger, strenger Stil, in der Auswahl der Beiträge chaotisch-sortiert und zielstrebig auf der Suche nach der Pointe.“

Den Regeln gemäß habe ich mich also bedankt und auf den nominierenden Blog verlinkt. Binden wir noch schnell die entsprechende Graphik ein …

und haben damit die notwendigen Vorarbeiten für das Eigentliche, die Beantwortung der Fragen getan. Aber Zeilenende wäre nicht Zeilenende, hätte er nicht weitere Bemerkungen zu machen.
1. Jaaa, ich weiß, ich habe noch den One Lovely Blog Award von moopenheimer hier liegen und er belastet mich schwer. Aber die Aufgabe ist herausfordernd. Ich möchte interessante Fakten über mich selbst erzählen, aber es gibt viele Dinge, die uninteressant sind und die ich aussondern muss, wie es einige womöglich interessante Dinge gibt, von denen ich mir noch nicht sicher bin, ob ich sie hier im Blog lesen möchte. Ich hoffe, ihr habt noch ein wenig Geduld. So ein Liebster Award ist eben einfacher.
2. Wer mit dem Beitragstitel etwas anfangen kann, darf gern versuchen, mir einen Keks zu klauen. Ich verspreche auch, dass ich schlimmstenfalls die Hand anknabbere und nicht wie üblich bei versuchtem Keksdiebstahl, den Missetäter mit Haut, Haaren und einem Streuseltopping zu verspeise. Aber wenn ihr die Fragen seht, erhellt das den Titel bestimmt. 🙂

1. Kalter Kaffee oder Cola?

Das hängt von der Uhrzeit ab, hauptsache Koffein. Tagsüber trinke ich meinen Kaffee notfalls auch kalt, aber selbst wenn es heiß ist, ist er mir warm lieber. Cola trinke ich abends, aber nur in der Zero-Variante, weil ich Unmengen von dem Zeug brauche.

2. Barfuß oder Lackschuh?

Ich habe sehr spezielle Füße: klein, breit, knubbelig. Die kommen mit den Lackschuhen, die ich anprobiert habe, nicht klar. Dementsprechend barfuß. Aber wenn ich mal richtig Asche zum Verprassen über habe, gibt es für Zeilenendes Füße ein Paar Lackschuhe nach Maß, das steht auf meinem Wunschzettel gleich hinterm Anzug.

3. Harmonie oder Tobsuchtsanfall?

Harmonie ist, wenn man den Tobsuchtanfall inszenieren muss, damit es nicht langweilig wird. Ich bin streitlustig, solang der Streit auf Basis gegenseitigen Respekts geführt wird. Ich finde Streit intellektuell stimulierend. Von daher hätte ich gern beides, denn nichts reizt meine Wut stärker als die Wir-haben-uns-alle-lieb-Gänseblümchen-Sonnenschein-Rehkitz-Fraktion.

4. Leidenschaftliches Chaos oder durchdachte Ordnung?

Das Chaos wirkt nur auf den Außenstehenden chaotisch, während der es bewohnende Chaot darin seine persönliche Interpretation der Ordnung der Welt gibt. Das Problem mit jeder Ordnung ist, dass sie irgendwann der Entropie anheim fällt und neu konstituiert werden muss. Vulgo: Ich denke mir ein System aus und versuche, mich daran zu halten, scheitere aber früher oder später an meinem Anspruch, verliere den Überblick, produziere Chaos und denke mir ein neues Ordnungssystem aus.

5. Bioladen oder Discount?

Kommt auf das Produkt an. Im Bioladen kaufe ich eigentlich nur spezielle Sachen, allerlei Mehl, Körner, Tofu, Linsen und so ein Gedöns, das ich im Supermarkt nicht bekomme. Der Bioladen ist aber hier leider auch nur das Bio-Regal von dm, wir sind hier eben auf dem Dorf. Dinge des täglichen Bedarfs erwerbe ich im entsprechenden Geschäft: Fleisch und Wurst beim Metzger, der sein Fleisch wiederum bei Höfen aus der Region bezieht, Obst und Gemüse teilweise vom Markt. Das Problem mit dem Markt hier im Unterschied zu meiner Studienzeit ist, dass die Frische je nach Produkt gegen den Supermarkt verliert. Das restliche Obst, Milchprodukte, etc. entsprechend vom Discounter.

6. Jeden Tag Pfannkuchen oder jeden Tag Pommes?

Pfannkuchen! Ich habe ein breites Repertoire. Ich kann Weizenpfannkuchen, Vollkornpfannkuchen, Dinkelpfannkuchen, Roggenpfannkuchen, Hefepfannkuchen und Eierpfannkuchen, herzhaft wie süß und, was ich besonders liebe: Kartoffelpfannkuchen. Denn eigentlich bin ich ein Kartoffeljunkie. Allerdings gibt es Fritten (es heißt Fritten, nicht Pommes!) bei mir häufiger. Aus frischen Kartoffeln geschnitten und im Backofen gebacken, mit Salz und geräuchertem Paprikapulver gewürzt auch ein Gedicht. Aber mein Herz schlägt für die ungesunden Mehlspeisen.

7. Baden oder Duschen?

Baden ist unproduktiv und ich schmore nicht gern im eigenen Saft. Der Punkt geht eindeutig ans Duschen. Ich finde Baden tendentiell unhygienisch. Mein persönlicher Albtraum war die Badewanne im Seniorenzentrum. Die können mir viel erzählen, aber ich bade nicht im gleichen Bottich wie andere wildfremde, alte Menschen mit potentiell ekligen Krankheiten!

8. Fahrrad oder Fußweg?

Ich fahre viel und gern Fahrrad, aber das Rad muss ja auch erst aus der Garage geholt werden. Die magische Grenze sind 10 Minuten: Wenn ich zu Fuß für eine Strecke weniger als zehn Minuten brauche, gehe ich zu Fuß, für längere Strecken nehme ich das Rad. Es sei denn, es gibt anstrengende Steigungen zu überwinden. Am Berg radel ich nicht gern, da bezwinge ich auch die längere Strecke gemütlich zu Fuß. Wenn ich radel, bin ich nämlich ein Kampfschwein. Übrigens: Wo ist das Auto? Da ich kein Lastenrad und keinen Anhänger habe, geht Einkaufen für fünf Personen und drei Katzen (Lebensmittel, Getränke und Katzenstreu, hallo?!) am Ökonomischsten mit dem Auto.

9. Katzenklo putzen oder Hund ausführen?

Ich habe mal darüber nachgedacht, das Katzenklo auszuführen, um mehr Bewegung zu haben. Ich bin Katzenhalter durch und durch. Mit Hunden und ihrer treudoofen, bedingungslosen Anhänglichkeit, kann ich nichts anfangen. Der Hund ist das, was in der Menschenwelt dem obsessiven Liebhalber oder Stalker entspricht: Ein stetes Ärgernis. Dafür nehme ich es gern in Kauf, dass Katzen nicht so gesund sind und man sich im Laufe des Lebens nicht nur zahllose Kratzer einhandelt, sondern auch das Katzenklo putzen muss.

10. Urlaub zu Hause oder im Weitweg?

Ich bin gern daheim, ich genieße es auch, Freizeit daheim zu verbringen. Aber Urlaub daheim ist eine gefährliche Sache, man beginnt dann nämlich damit, Bäume zu fällen, Holz für den Winter zu schneiden, ein Beet fürs nächste Jahr umzugraben, den Keller aufzuräumen, Inventur im Vorratskeller zu machen, Fenster zu putzen und die Fugen im Bad aufzuhübschen. So in etwa sah nämlich mein letzter Urlaub aus. Auf die Idee, mal in die nächste Großstadt zu fahren und sie touristisch zu entdecken, ein paar Museen zu besuchen oder ein paar Gemäuer zu besichtigen, kommt man nicht oder verwirft sie, weil man da momentan so beschwerlich hinkommt, sich auch erst was anderes anziehen muss und überhaupt.

Von daher: Es muss nicht das Weitweg sein, die Malediven reizen mich ebenso wenig wie Dubai oder die USA, meine Lieblingsreiseziele sind ohnehin andere, aber wenn es irgendwie möglich ist, sollte man seinen Urlaub nutzen, um ein paar Tage etwas anderes zu sehen und aus dem grässlichen Alltagstrott so weit es geht zu entkommen. Ist besser für die Psychohygiene.

11. Beantwortest du solche Fragen eigentlich gern?

Ich bin ein gnadenloser Selbstdarsteller und protze gern nicht nur mit meinen Gedanken, sondern auch mit meinem Stil. Ich finde ihn ja ehrlich gesagt grauenvoll, aber wie das so ist mit dem Eigenen: Man ist dennoch auf eigentümliche Weise stolz auf ihn. Mittlerweile geht es mir einigermaßen leicht von der Hand, Themen zu finden und etwas zu Papier zu bringen. Ich kann mein Projekt „Jeden Tag ein Beitrag“ also fortsetzen und hoffe, in der Masse für jeden etwas zu bieten.

Für jeden etwas zu bieten ist wohl der Schlüssel. Ich schreibe durchaus für mich, ich weiß am Beginn meiner Beiträge oft selbst nicht, wo ich am Ende ankomme. Schreiben ist für mich eine verschriftlichte Suchbewegung. Und die Fragen von Anderen helfen mir dabei, auch einmal andere Wege zu gehen. Bei deinen Fragen hat mir insbesondere die Frage zu Biomarkt oder Discounter gefallen, um mein Einkaufsverhalten noch einmal zu reflektieren – und diese Frage hier, weil mir zum ersten Mal aufgegangen ist, dass ich immer irgendwie auf der Suche bin, sobald ich mich an die Tastatur setze. Von daher: Ich finde solche Fragen großartig, solang ich sie in meiner eigenen Taktung beantworten kann.

Das war der dritte Liebster-Award, der vierte befindet sich in der Mache. Ich komme also nicht zur Ruhe. Jetzt obliegt es mir, die Regeln noch einmal zu wiederholen, 11 neue Fragen zu stellen (wie gut, dass ich noch die vom letzten Award habe ^^) und neue Blogs zu nominieren.

Hier erstmal erneut die Regeln:

Zu den Regeln des Liebster-Award:
• Danke dem Blogger, der Dich nominiert hat
Verlinke den Blogger, der Dich nominiert hat
• Füge eines der Liebster-Blog-Award Buttons in Deinen Post ein
• Beantworte die Dir gestellten Fragen
• Erstelle 11 neue Fragen für die Blogger, die Du nominierst
• Nominiere 5-11 Blogs, die weniger als 300 Follower haben
• Informiere die Blogger über einen Kommentar, dass Du sie nominiert hast

Und nun 11 neue Fragen … Auch wenn ihr nicht glauben mögt, dass sie einen Sinn haben: Sie haben einen!

1. Blogging, was ist das eigentlich?
2. Wo herrscht ernsthaft noch Struktur?
3. Wenn man dir gutes Geld dafür bezahlen würde, egal wie viel du tust oder wie gut du darin bist: Welche Tätigkeit würdest du ausüben wollen?
4. Welchen Zweck erfüllt Schönheit?
5. Gibt es so etwas wie eine Entwicklung der Menschheit?
6. Welches ist dein Lieblings-Insekt?
7. “Was wärst du für ein … ?” Das ist eine beliebte Frage, die so wunderbar zu “Was ist dein Liebling-…” passt, aber die Auswahl ist doch entweder abgedroschen (Tier, Farbe, Pflanze) oder gewollt lustig (Eissorte, Besteckteil, Rolex-Modell) Such dir also selbst ein Genus Proximum und bestimme, welche Art dessen du bist. Als Frage formuliert: Was wärest du für ein … und warum?
8. Hast du bei der letzten Wahl deine Stimme abgegeben?
9. Warum hast du das (nicht) getan?
10. Was ist dein ganz besonderes Talent?
11. Ist in einer technisierten Welt Platz für Magie?

Beim letzten Mal habe ich gesagt, „bedient euch“ … Diesmal nehme ich mir die Freiheit heraus, ein paar Leuten konkret was zuzuwerfen. Dann kann ich mir beim nächsten Mal überlegen, was ich tue. Ich habe mir die Nominierungen übrigens schon bei meiner Nominierung überlegt, damit ich ggf. noch ein paar andere Leute in petto habe 🙂 :

https://florescit.wordpress.com/

Weil du zwar erst zwei Beiträge geschrieben hast, aber ich gespannt bin, ob noch mehr kommt. Lesen, kochen, Sport ist ja im Prinzip genau mein Programm. Also bitte mehr. 🙂

https://wiwosrezepte.wordpress.com/

Weil du kein Rezepte-, sondern ein Essblog betreibst. Ich mag Blogs mit Rezepten nämlich nur dann, wenn es auch eine kleine Geschichte dazu zu lesen gibt. Deshalb schaue ich immer gern, was du Neues zusammengefügt und -geschrieben hast.

https://couchkartoffelchips.wordpress.com/

Hoffentlich mit weniger als 300 Followern, kann ich nicht erkennen, aber weil „Fanoma“, Bond-ansabbernd und vor Allem, weil sie den Mut hat, sich die „Musik“ von William Shatner hereinzuziehen.

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7 Kommentare zu „OR oder XOR? (Liebster Award 3)

  1. Oh mannnnnnnn!!!! Deine Antworten zu lesen hat Freude gemacht, ich blieb an den Buchstaben. Dann kamen die Fragen und ich dachte, ach gut, dass ich die nicht beantworten soll. So viel Hirnschmalz braucht ja dann auch Grips…. und dann kam die Nominierung meines Blogs charmant und umschmeichelnd.
    Grips muss ich erst noch besorgen. Ich weiß noch nicht so genau wo, aus dem Garten, aus dem angesagten Biomarkt oder doch eher vom Wühltisch beim Discounter. Irgendwo zwischen Superhirn und Brainless wird er wohl zu finden sein.

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    1. Danke für das Lob. Was den Grips angeht, würde ich es jedenfalls nicht im Baumarkt probieren, da läuft man Gefahr, es mit Gips zu verwechseln … 😉 Ansonsten: Nimm die Fragen, wie sie kommen. Es gibt ja weder ein richtig noch ein falsch, weder ein gut noch ein schlecht bei solchen Fragen. Mut zum Irrsinn sage ich nur und mein einziger Ort, der Ordnung kennt ist sowieso die Kategorienleiste in meinem Blog. 😉

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  2. Die „Musik“ von William Shatner. Kenne ich. Ist wirklich harter Stoff. „Spoken Lyrics“ oder wie er das auch immer nennen mag, das zieht einfach niemanden in seinen Bann.

    Ansonsten kann ich nur gratulieren, denn deinen Bloc genieße ich Tag für Tag. Weiter so! 👍🏻

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    1. Ich glaube, er nannte es Rezitierkunst oder so, als ich das Vergnügen hatte, ihn live zu erleben und gebannt lauschte. Das ist ja das Lustige: Live hätte mir auch das Telefonbuch von Oestrich-Winkel vorlesen können, aber die CDs sind wirklich furchtbar.
      Danke jedenfalls für dein Kompliment, meine Ohren bekommen in etwa diese Farbe: ❤

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  3. Ich pack meine Antwort auch mal hier rein:

    Herrjeh… natürlich fühle ich mich gebauchpinselt, ganz dolle sogar, aber ich sehe mich leider nicht in der Lage, die gestellten Fragen sinnvoll zu beantworten 😦

    Was nicht an den Fragen liegt, sondern daran, dass ich ganz generell Knoten auf den Hirnwindungen bekomme, sobald es um persönliches geht. Wenn schon, dann muss das von alleine kommen, sozusagen als Mitteilungsdrang, aber von außen herangetragen verursacht es mir dummerweise regelrecht Hirnbrand. Ich habe es einmal versucht und über den Antworten geschwitzt wie ein Schwerstarbeiter, seitdem weiß ich, daß es definitiv nix für mich ist. Außerdem bekäme ich auch keine weiteren 11 Fragen für die nächsten Blogger zusammen, damit tu ich mich genauso schwer 😦

    Dafür verspreche ich aber, aber am Blogoutput zu arbeiten, damit ich es wirklich irgendwann “fleißig” nennen darf 😉

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    1. Hey, kein Ding. Wer so eine charmante und reflektierte Ablehnung bekommt, kann gar nicht anders, als sich an dieser Art der Beantwortung zu erfreuen. Fragen kostet nichts, aber es gibt nicht immer und überall Antworten auf Alles. Die Erfahrung macht jeder Naseweis irgendwann. Die Knoten im Gehirn, wenn es ans Persönliche geht, kenne ich auch, obwohl oder gerade weil ich aus meinem Leben blogge. Der Liebste ist ja Möglichkeit und nicht Pflicht, Schreibanlass und nicht Entblößungszwang. Über 11 neue Beiträge von dir freue ich mich von daher noch weitaus mehr als über einen Beitrag mit 11 Antworten. Danke also, dass du dir die Zeit für deine Absage und das gleich doppelt genommen hast. 🙂

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