Montagsfrage: Gibt es bevorzugte Verlage, bei denen du nach neuen Büchern schaust?

Willkommen zum heutigen Dienstags-Montag am Samstag. Vielleicht sollte ich mal ausprobieren, ob ich nicht an jedem Wochentg einen Aspekt der Frage beantworten soll, einfach um zu sehen, ob das auch geht. Da Amerdale dazu aufgerufen hatte, wenig bekannte Serienschätzchen zu lobpreisen und ich 1) eine gewisse Struktur in meinem Bloggingverhalten zu Grunde lege, 2) ein paar andere Geschichten zu erzählen hatte, heute also mal an einem Samstag. Aber versprochen, solch ein unerträgliches Chaos gibt es nur in Not- und Ausnahmefällen. Diese Woche, anschließend an die Indy-Verlage soll es um bevorzugte Verlage gehen.

Eigentlich halte ich es mir zugute, dass ich jenseits von Genres und bestimmten Verlagen in Buchhandlungen gehe und ausgiebig stöbere, aber gewisse Vorlieben habe ich dann doch und informiere mich auch mehr oder minder gezielt über Neuerscheinungen. Für den allgemeinen Überblick habe ich diverse Newsletter der Random House Verlagsgruppe abonniert, darüber decke ich viele Neuveröffentlichungen von Blanvalet, DVA, Goldmann, Heyne, Luchterhand und Siedler ab.
Einen weiteren Newsletter habe ich beim Suhrkamp-Verlag abonniert. Ich lese durchaus gern das ein oder andere Sachbuch. Wissenschaftliche Buchverlage gibt es ja wie Sand am Meer, selbst wenn man sich auf einzelne Disziplinen beschränkt, kann man schnell ein gutes Dutzend Neuerscheinungen verfolgen. Suhrkamp hat den Vorteil, dass sie in den Gesellschafts- und Geisteswissenschaften nicht bloß breit aufgestellt sind, sondern qualitativ hochwertige Inhalte publizieren und sowohl zeitlose als auch aktuelle Themen abdecken. Man fühlt sich also, selbst wenn man die Bücher nicht liest, nach der Newsletterlektüre gut informiert über das, worüber nachgedacht wird.
Dann gehört mein Herz der Geißel eines jeden Schülers: Kleine, günstige Heftchen mit den typischen Schullektüren der Oberstufe in leuchtend gelb. Jede Buchhandlung, die ein großes Regal mit zahlreichen Titeln von Reclam vorhält, gehört mein Herz. Ich mag die kleinen Heftchen, sie wirken so aus der Zeit gefallen. Das Buch ist hier auf den Inhalt reduziert, der Text wird zum Gebrauchsgegenstand. Das Reclam-Heft ist gedrucktes Understatement. Ich finde diese Politik unterstützenswert und wenn ich dringend mal doch ein Buch, trotz Embargo, kaufen muss, werden es häufig ein paar Reclam-Bände. Und nicht nur die gelben Hefte, da sind ja auch noch die Sachbücher in diesem wunderschönen Magenta-Farbton, die zu den verschiedensten Themen wunderbare Einstiege in die Materie ermöglichen.
Zuletzt, ich habe ihn ja schon ein paar Mal erwähnt: Cross Cult. Also lobe und preise ich sie einfach erneut: Ich sehe die Verantwortlichen alljährlich auf der Fedcon und bin immer wieder begeistert, mit wie viel Engagement, Enthusiasmus und Sachkunde die Jungs und Mädels sich für die Science Fiction in Deutschland einsetzen. Für Cross Cult mache ich nicht allein Ausnahmen vom Bücherkauf-Embargo, ich schnappe mir in jedem Jahr sogar das gedruckte Verlagsprogramm-Heftchen und markiere sämtliche Neuerscheinungen, die mich interessieren könnten und prüfe bei Erscheinung dann, ob ich das Buch sofort haben will, ob es auf den Buchwunschzettel kommt oder – was selten vorkommt – ob ich es nun doch nicht mehr haben möchte. Was Heyne in meiner Kindheit war, mit der großen Sci Fi Abteilung, haben die Leute nun übernommen und sich einen Platz in meinem Herzen erobert.

Wie ist es mit euch? Gibt es Verlage, die euch besonders liegen, denen vielleicht gar euer Herz gehört oder die ihr bewusst meidet? Habt ihr eine „Verlags-Geschichte“?

9 Kommentare zu „Montagsfrage: Gibt es bevorzugte Verlage, bei denen du nach neuen Büchern schaust?

  1. Da ich in der Vergangenheit in vielen guten Verlagen Mist gefunden habe, möchte ich mich lieber nicht auf einen festlegen, noch dazu, wo immer mehr Verlage zu immer weniger Verlagsriesen zusammengekauft werden (siehe Random House).
    Zufrieden war ich bisher (und deshalb fallen sie mir spontan ein) mit dem guten, alten KiWi, Eichborn und Blanvalet.

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    1. Ja, Kleinverlage haben offenbar immer weniger Überlebenschancen. Andererseits querfinanzieren sich so manche Verlage mit Anspruch durch den Massenabsatz. Alle 3 Namen sind ja Beispiele für Imprintverlage, KiWi gehört zu Holtzbrinck, Blanvalet zu Random House und Eichborn zu Bastei Lübbe.

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  2. Ich schau mir Verlagsprogramme nur sporadisch an. Da ich eh nicht alles lesen kann, was mich interessiert, würden die Programme der großen Verlage nur meine Kauf- und Sammelwut anspornen und ich hätte noch mehr auf diversen SUBs liegen. Was dort für mich an Interessantem erscheint, kriege ich über diverse Kanäle eh mit.

    Aber bei einigen kleineren Verlagen schau ich regelmäßig nach Neuveröffentlichungen, z.B. bei Wurdack, Atlantis und ars vivendi. Seit einigen Jahren auch beim Berliner Golkonda Verlag, der mich nicht nur mit seinem Programm (überwiegend Phantastik, was mir gelegen kommt) überzeugt hat, sondern auch mit der liebevollen Gestaltung seiner Bücher – die Aufmachung ist für einen Büchernarren wie mich jedes Mal eine echte Augenweide.

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    1. Feuilleton … Gestatten, Zeilenende, Spießer. Ich ziehe mein Cordjackett mit den Ärmelschonern an, stopfe mir ein Pfeifchen, schlüpfe in die Hausschuhe und studiere mit gespitztem Bleistift die Feuilletons aller wichtigen Zeitungen … 🙂
      Okaa, ich lese das Feuilleton auf dem Tablet, aber ich lese es wirklich! Ansonsten wie genannt Verlagsprogramme, Arbeitsplatz, Blogbeiträge, Buchhandlungen, Podcast, die Verlagshomepages, deren Newsletter ich nicht abonniert habe, weil ich sie nicht alle schaffe … Du hättest mich fragen sollen, wo ich keine Anregungen herbekomme, dann wäre ich einen Augenblick sprachlos gewesen, bevor ich schlagfertig: Meine Butterbrotdose geantwortet hätte. 🙂

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