Alter Krempel leistet gute Dienste

Ich bin mir nicht sicher, ob das hier ein Eintrag über Dinge aus meinem Garten, meiner Küche oder aus dem wohl sortierten Kellerloch ist. Alles trifft wohl so ein wenig zu. Jedenfalls war ich fleißig, einmal mehr möchte man sagen.

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Dieses Schmuckstück gehört in jeden wohlsortierten Keller. Am besten macht er sich, wenn er tatsächlich alt ist, so wie dieses Gerät hier. Ich weiß nicht, wie alt es ist, aber Herr Zeilenende Sr. behauptet, dass seine Mutter dieses Ding schon in seiner Kindheit in Aktion gesehen hat. Und die Kindheit von Herrn Zeilenende Sr. war irgendwann kurz bevor die Muselmanen bei Poitiers geschlagen wurden. Ich finde es praktisch, wenn auf Hushaltsgeräten draufsteht, wofür sie gut sind, dann muss man nicht rätseln, ob es sich um einen Nussknacker oder womöglich gar um einen Thermomix handelt. Dieses simple und robuste Gerät dient dem Entsaften von Früchten mittels Dampf. Unten kommt Wasser hinein, das auf dem Herd erhitzt wird, darüber kommt ein Auffangbehälter für den Saft und darüber ruht in einem Sieb das Obst. Simple Technik, unkaputtbar. Nur den Gummischlauch, der vorne dran kommt, muss alle Jubeljahre mal ersetzt werden.
Es begab sich in diesem Jahr, dass sowohl die Ernte der schwarzen Johannisbeeren als auch der Stachelbeeren nicht so üppig ausfiel. Könnte daran liegen, dass ich derzeit von beiden nur je einen Strauch habe. Aber glücklicherweise passen die beiden Früchte gut zusammen und wehren sich nicht, wenn man sie gemeinsam in den Entsafter schmeißt. Dann muss man den Herd zum Glühen bringen und viel Geduld haben. Das fällt mir immer am Schwersten …

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… aber am Ende hat man einen Topf voll Saft, der so intensiv leuchtet, dass er sogar das Bild überbelichtet. Das liegt also nicht an meinem photographischen Unvermögen. Wer mag, kann den Saft etwas zuckern und zu Sirup einkochen, aber ich persönlich kann mit Fruchtsirup nicht viel anfangen. Für die Weinherstellung ist es nicht genug – und ich habe ja schon den Rumtopf. Früher habe ich immer Aufgesetzten gemacht, ich glaube, irgendwo steht noch eine halbe Flasche von vor zehn Jahren herum. Alkohol lohnt einfach nicht, von Met mal abgesehen. Aber das ist das Projekt von Bruderherz, da halte ich mich raus. Also wird aus dem Saft Gelee. Gelee mag ich eigentlich nicht so gern wie Marmelade, aber zu diesem Zeitpunkt wusste ich noch nicht, dass man mit den verwendeten Früchten durchaus auch eine Marmelade kochen könnte – davon ein andermal mehr.

Also Saft abkühlen lassen, mit Gelierzucker mischen, aufkochen, Gelierprobe machen, in Gläser füllen, sich kurz freuen, Photo …

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…vom Resultat machen, die Küche ein paar Stunden lang reinigen, weil Zeilenende mal wieder die berüchtigte Zeilenendesche Küchenverwüstung zelebriert hat, dabei noch eine Flasche Coke Zero kippen (ich bin nunmal Koffeinjunkie – bei meinem Colabedarf dürfte ich bei normaler Cola nichts mehr essen.), und dann im Blog damit angeben, dass ich damit Fruchtaufstrich Nr. 4 (remember: Aus den Kirschen habe ich drei Sorten gemacht) hergestellt habe. Und dann sind da noch die Erdbeeren, die Äpfel, die roten Johannisbeeren, die Himbeeren, ich habe noch Brombeeren vom letzten Jahr in der Truhe und wer weiß, wie die Zwetschgenernte werden wird.

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7 Kommentare zu „Alter Krempel leistet gute Dienste

    1. Guten Morgen, Arabella,

      Holunder habe ich nicht im Garten, der Entsafter kommt im Herbst aber nochmal zum Einsatz , wenn die Äpfel reif sind und ich die Kerngehäuse verwurschtel, die vom Apfelmuskochen übrig bleiben.

      Ich wünsche einen schönen Tag. 🙂

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    1. Dann wedele ich noch ein wenig mehr Duft zu dir herüber *holt den Fächer* Sind deine Kindheitserinnerungen auch so schlimm wie meine? Ich habe es als Kind gehasst, Johannisbeeren und Stachelbeeren zu pflücken, weil ersteres so ewig dauert und zweiteres die Gefahr im Namen trägt. Wie man sich wandeln kann. Aber auch nur, weil meine Stachelbeeren ihren Stachel verloren haben. 🙂

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  1. Die traumatische Erfahrung des Johannisbeerensammelns und -abpflückens hab ich glücklicherweise erst als Erwachsener gemacht. 😀
    Nein, diese Kindheitserinnerungen sind durchweg positiv. Ich mochte einfach diesen zugegebenermaßen penetrant süßlichen Geruch beim Einkochen.

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