Marktbesuch: Herrensocken

Wenn man zu viel Zeit hat, fährt man auf einen Wochenmarkt, der nicht bloß Lebensmittel, sondern auch Kramwaren und Nutztiere feilbietet. Dabei folgt man einer beinahe unmöglichen Mission, die dennoch von Erfolg gekrönt war.

Es war warm. Es war unglaublich warm. Aber egal, Mutter Zeilenende (ich pfeife immer noch auf lineare Zeit), ihre beiden missratenen Kinder und ihr Erstgeborener wollten auf den Wochenmarkt. Die missratene Brut brauchte neue Shorts und hatte Ansprüche: Sie wollte festivaltaugliche Hosen. Das bedeutet, in den Outdoorbedarfshandel zu ziehen oder den Marktstand mit dem Armeezeug aufzusuchen. In afrikanischer Hitze ging es also los, eine Karawane ohne Hoffnung auf Oase.

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Nachdem der Klamottenkauf von Erfolg gekrönt war, staunte ich nicht schlecht. Meine Brüder hatten sich nämlich als erstaunlich unkompliziert erwiesen. Außerdem waren sie geneigt, meine Mission als Flügelmänner zu unterstützen. Ich wollte nämlich nicht bloß geräuchertes Paprikapulver haben, sondern außerdem eine neue Mütze, Segeltuchschuhe und vor Allem bunte Socken.
Ich hatte ja gedacht, die ersten drei Punkte ließen sich problemlos erledigen. Und es ließ sich gut an. Geräuchertes Paprikapulver im 100g-Beutel war kein Problem. Aber kein Schuhstand bot Segeltuchschuhe feil, es gab nur Sandalen. Und ich bin passionierter Sockenträger. Da gehen Sandalen gar nicht. Aus der Mütze wurde auch nichts, weil die Modelle in meiner Größe furchtbar, die schönen Modelle nicht in meiner Größe verfügbar waren. Blieben die bunten Socken.

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Bunte Männersocken gibt es, ich weiß. Aber die sind pro Paar unverschämt teuer. Und an meinen bunten Socken habe vorrangig ich selbst Freude. Deshalb lasse ich mir höchstens mal ein teueres Paar schenken. Warum aber, liebe Leute, gibt es Damensocken in allen Farben des Regenbogens, Männersocken in meiner Größe wahlweise in blau, grau, weiß und schwarz? Ich finde das ungerecht, das ist Plattfußmobbing. Als ob große Füße nicht auch gern in knallgrün oder neonpink verpackt werden würden. Die Verkäuferin am letzten Sockenstand pflichtete mir bei und durchwühlte ihr Auto noch einmal für mich. Und machte mich glücklich.

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Das ließ mich vor Freude glatt vergessen, dass ich auch noch einen Spritzbeutel in angemessener Größe erwerben wollte. Egal, ein Grund, beim nächsten Mal wieder hinzufahren. Vielleicht finde ich dann noch mehr Socken. 🙂

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Ein Kommentar zu „Marktbesuch: Herrensocken

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