Letzte Woche habe ich euch ein wunderschönes Bilderbuch gezeigt. Als ich erneut ein Buch einschlagen durfte, fiel mir auf, dass es vom gleichen Illustrator stammte. Kommt also diese Woche mit nach Nimmerland.

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Peter Pan ist ein weiterer Kinderbuchklassiker und neben der Schatzinsel und Nils Holgersson das vierte Beispiel eines nicht-deutschsprachigen Klassikers in meiner Klassiker-Rallye. Vielleicht zeige ich euch irgendwann auch einmal die anderen Bücher, auch wenn nicht alle Bücher (als Bücher) so wohlgeraten sind wie diese Ausgabe.
Peter Pan ist nicht unbedingt ein großartiger Klassiker. Ich mag ihn nicht einmal gern. Ich mag auch diese Ausgabe eigentlich nicht sehr gern, steht doch schon auf dem Deckblatt „nacherzählt von“. Und diese Wörtchen kann ich nicht ausstehen. Kinder sind nicht so begriffsstutzig, dass man ihnen die Klassiker nicht auch in ihrer ganzen Breite vermitteln könnte. Mit einer gelungenen Übersetzung braucht man keine Nacherzählung. Egal. Klappt man das Buch auf, darf man sich an einem wunderschönen Inneneinband erfreuen.

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Auf der nächsten Seite geht es weiter. Mrs. Darling ist die versprochene viktorianische Schönheit, aber reizvoll ist die erste Seite doch wegen des ersten Satzes: Alle Kinder, außer einem merkwürdigenJungen, werden eines Tages erwachsen. Und genau deshalb mag ich Peter Pan nicht wirklich gern. Er ist ein verzogenes Drecksgör mit unheimlicher Lebenserfahrung. Erwachsene, die sich ähnlich kindisch verhalten, haben ihn wahrscheinlich zu ihrem liebsten Helden der Kindheit erklärt. Peter Pan ist eine Sehnsuchtsfigur. Aber bei aller Liebe zum Kind in uns allen, man sollte immer einen reflektierten Umgang mit ihm pflegen und nicht dem Glauben anhängen, dass es eine sinnvolle Idee ist, sich einen Porsche zu kaufen und mit 250 über die Autobahn zu donnern, nur weil man als Kind gern mit seiner Carrerabahn gespielt hat. Und es ist bezeichnend, dass der gute Peter am Ende im Nimmerland bleibt, zwar einsam, aber hey: Er kann sich neue Spielgefährten suchen.

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Zurück zum Buch. Die verantwortungsvollste Figur in der Geschichte ist Nana. Nana war meine Heldin in dieser Geschichte und das schon zu Kindertagen. Wahrscheinlich ein Zeichen dafür, dass meine Kindheit nicht sehr glücklich gewesen sein kann, wenn ich mich mit einem Hundebabysitter identifiziere, aber ich mag das Nonkonformistische an dieser Rolle. Ein Hund als Kindermädchen, das den Job gefühlt besser macht als es jedes menschliche jemals könnte. Und vor Allem, das sich meinem Verständnis der Geschichte nach selbst einstellt … Toll.

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Ansonsten erfreut mich das Buch vor Allem mit einer schönen Gestaltung der Charaktere. Peter sieht für mich so aus, wie ich ihn mir vorstelle. Er ist wesentlich märchenhafter als in der Disneyversion. Und Hook ist nicht die Disney-Knallcharge sondern macht einen furchteinflößenden Eindruck. Doch schaut selbst und erfreut euch an ein paar weiteren Impressionen.

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Ein Kommentar zu „Schöne Bücher: Peter Pan

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