Was wahlweise den Winter überlebt hat oder Marmeladengrundlage ist

Ich habe mal in meinen Bildern gekramt und nehme euch mit zurück in den Mai und in meinen Garten. Neben einem Gemüsebeet, den schon bekannten Erdbeeren und dem Rhabarber, habe ich auch eine Vielzahl an Kräutern in Töpfen, die ich euch irgendwann in toto vorstelle. Vor allem habe ich aber eine umfangreiche Sammlung an Beerensträuchern, von der ich euch ein wenig was zeigen möchte, und zwei Pflanzen, die ich erfolgreich überwintert habe.

Johannis-, Him- und Brombeere

Die Johannisbeeren in unserem Garten sind steinalt. Schon als ich ein Kind war, standen sie da und ich vermute fast, sie haben schon in unserem Garten gewohnt, als Herr Zeilenende Sr. noch ein Kind war, denn der Garten gehört zu seinem Elternhaus. Jahr für Jahr bringen sie leidlich gute Erträge. Wenn sie zu schwächeln beginnen, werden sie grob zurückgeschnitten und schlagen im Folgejahr wieder aus. Der Ertrag ist für die nächsten Jahre gesichert und versorgt uns mit der Grundlage für Johannisbeergelee und Johannisbeer-Kirsch-Marmelade. Der linke Strauch allerdings ist neu, ein Geschenk unseres Nachbarn. Dieses formschöne Gewächs musste einer Umbaumaßnahme weichen und der Vorbesitzer wollte das arme Ding tatsächlich entsorgen. Weil ich ein netter Mensch bin, habe ich die Johannisbeere sofort bei mir eingebürgert… Ich meine eingetopft. Und das schöne ist: Die Kerle hängen mittlerweile voller kleiner Beerenrispen.

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Die Himbeeren und Brombeeren waren hingegen nicht geplant. Die waren plötzlich einfach da. Meine Eltern sind stolze Besitzer eines Kaminofens, vor dem ich im Winter meinen gesamten Feierabend verbringe, weil ich eine furchtbare Frostbeule bin. Das Holz dafür wird nicht in passender Größe gekauft, sondern muss als Stückware gelagert und anschließend gespalten und gesägt werden. Ist wie bei Schinken, Raucharoma inklusive. Dadurch stehen auf dem Grundstück viele Holzstapel herum und im Schatten dieser Monstrositäten haben sich Brombeeren und Himbeeren breit gemacht.
Die Brombeeren haben sich als Rankhilfe eine alte Tanne ausgesucht und waren im letzten Jahr, als ich begonnen habe, mich um den Garten zu kümmern, so gewuchert, dass ich sie im Herbst, nach 50 Gläsern Brombeermarmelade, abgeschnitten habe. Mittlerweile sind sie größer als auf dem Bild. Ihre Wildheit habe ich ihnen aber gelassen. Ihr seht auf dem Bild zwar ein Gitter als Rankhilfe und einigen Brombeerranken habe ich auch eine Holzlatte zur Verfügung gestellt, das dient aber nur dazu, sie zurück in ihre Tanne (oder Kiefer oder so… Bei mir sind alle Nadelhölzer Tannen. Und zwar hohe Tannen.) zu führen. Zum Ernten musste ich der nämlich die unteren Äste nehmen.
Geiches gilt für die Himbeeren. Mittlerweile sind noch mehr als die photographierten aufgetaucht. Mir ging es nur darum, ein wenig Unterstützung zu improvisieren und dem Rasenmähertrupp zu signalisieren: Wagt es, diesen Bereich zu stutzen und ich stutze euch! Die Wildheit sollte ihnen erhalten bleiben. Ich finde es spannend zu sehen, was die Pflanzenwelt mit Teilen des Gartens anstellt. Was mir gefällt, unterstütze ich, was ich missbillige, merze ich so gut es geht aus, aber insgesamt finde ich es reizvoller, hier und da unterstützend einzugreifen und ansonsten zu sehen, was passiert.

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Das neben der zweiten Himbeerpflanze ist übrigens Walderdbeere. Die wachsen an mancher Stelle auch wie Unkraut und verleiten mich immer zum Naschen bei der Gartenarbeit. Das war noch nicht alles an Beeren- und Obstpflanzen, aber von mehr habe ich derzeit keine Bilder. Die gibt es später einmal.

Überwintern

Mein Oregano ist im Winter von mir gegangen, meine Pfefferminze hat den Winter offenbar auch nicht verkraftet und verharrt in ihrer Zwergigkeit. Umso stolzer bin ich auf den Estragon. Ich bin ein großer Fan dieses Krauts und habe ernsthft überlegt, so viel davon zu pflanzen, dass ich mir regelmäßig einen großen Topf gekochten Estragons zubereiten kann, als Alternative zur Spinatbeilage für Kartoffelstampf und Fisch. Logisch, dass ich eine dieser Pflanzen mein eigen nenne. Da ich vorher noch nie Pflanzen überwintert hatte, war ich skeptisch, aber der Estragon hat mir das Kellergefängnis nicht übel genommen, im Gegenteil: Er sieht besser aus als im letzten Jahr.
Gleiches gilt für die Eberraute, die ich in der Gärtnerei als Colastrauch erworben habe. Ich mag sie nicht gern als Gewürz, weil sie sehr bitter ist, aber sie riecht herrlich nach Cola und ist mit der Lakritzpflanze (irgendeine Tagetes-Varietät), den diversen Basilikum-Pflanzen und dem Jasmin der olfaktorische Kitzel auf der Terrasse. Auch die Eberraute hat das Überwintern gut verkraftet und wie auch für den Esragon gilt: Sieht wesentlich kräftiger und gesünder aus als im vergangenen Jahr und ist seit der Aufnahme noch einmal ordentlich gewuchert.

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