Willkommen zum Dienstags-Montag, der uns dank dem Buchfresserchen in die Welt des Selfpublishings und der Independent-Verlage führt. Welche Erfahrungen habe ich bislang mit diesen Angeboten gemacht?

Steampunk

Wieder einmal muss ich mir eine Frage stellen, in diesem Fall, was ein Independent-Verlag überhaupt ist. Klar ist schon einmal, dass Imprints keine Independent-Verlage sind, sodass ich meine positiven Erfahrungen mit Cross Cult hier nicht einfließen lassen kann. Die gehören zu Amigo. Pabel-Moewig zählt wohl auch nicht, die gehören zur Bauer-Gruppe. Damit sind Perry Rhodan und Star Trek also gleichermaßen raus. Wenn ich so vor meinem Bücherschrank stehe, erblicke ich vor allem „große“ Namen: Heyne, Knaur, Diogenes, Suhrkamp, Reclam, Pocket Books, Goldmann, etc. pp.
Dann haben wir den eBook-Reader und ich kann doch nicken. Ich habe tatsächlich die ein oder andere Geschichte gelesen, die selbstverlegt wurde. Das sind durch die Bank weg Storys, die im Steampunk-Genre angesiedelt sind. Steampunk fand ich schon klasse, bevor der große Hype darum vor einigen Jahren losbrach. Angefangen hat das damals mit Pullmans „His Dark Materials“, das ganz eindeutig Steampunk ist. Auch H. G. Wells habe ich schon als Teenager gern gelesen, auch wenn das nur mit einer sehr weichen Definition Steampunk ist. China Miéville wäre noch so ein Name. Aber ich schweife ab. Im Netz gibt es jedenfalls einige gute Geschichten und Anthologien zum Thema Steampunk, während das, was bei den Verlagen zu dem Thema erscheint, doch zumeist Storydekor ist. Man muss nur einen großen Bogen um alles machen, das vordergründig mit Liebe zu tun hat – oder Erotik. 😧 Insgesamt habe ich da, wenn auch in begrenztem Umfang, positive Erfahrungen gemacht.

Fan Fiction

Ich bin ja schon eine Weile online. Vor dem Selfpublishing-Trend gab es eine große Subkultur zum Thema Fan Fictions. Soweit ich weiß, gibt es die auch heute noch, ist aber ein wenig aus der allgemeinen Aufmerksamkeit verschwunden. Das habe ich früher gern gelesen, bis irgendwann das Slash-Element  so penetrant wurde, dass ich keine Lust mehr hatte. Wer will Kirk und Spock knutschend lesen, wenn es ihm um ein Weltraum-Abenteuer geht? Und Harry-Potter-Severus-Snape? Ernsthaft, Leute?! Ihr merkt, ich will das gar nicht weiter vertiefen. Das waren bis zu meinem Abschied von den Fan Fictions zuletzt überwiegend deprimierende Erfahrungen.

Sonstiges

Ein wenig weiteres Nachdenken hat mich daran erinnert, dass ich eine Zeitlang tatsächlich Bücher aus der Sprte „Junge Liebe“ des Himmelstürmer-Verlags gelesen habe. Irgendwo müsste ich die Bücher sogar noch haben. Ich war jung und hatte das Geld und zusätzlich das Bedürfnis. Ich möchte fair sein: Die Geschichten haben mich damals tatsächlich bewegt, aber ich fand sie damals schon schlecht geschrieben. Liegt an der Verlgspolitik in dieser Buchreihe, möglichst vielen Autoren eine Chance zu geben und sie zu veröffentlichen. Denn wer die Chance auf ein eigenes Buch bekommt, bleibt vielleicht auch dabei und verbessert sich. Wer nur für die Schublade fabriziert, gibt wohl irgendwann entnervt auf oder stagniert in seinem Schreiben.
Gerade letzte Woche hatte ich einen Roman von einem Autor aus der Region in  Händen, der sich an Science Fiction versucht hat und es war ein Graus. Ist auch bei einem Verlag mit dieser Geschäftspolitik erschienen. Das einzige positive Beispiel, das mir noch in den Sinn kommt, ist dieser Roman, der als Blogprojekt betrieben wird und hier seine Heimat hat. Ich habe mir das Buch gekauft, weil ich dieses Lesen häppchenweise nicht kann, dementsprechend kenne ich den zweiten Band noch nicht. Vom ersten Band war ich aber durchaus positiv angetan. Das ist in der Tat das einzige Druckwerk, das mir als positives Beispiel einfällt.

Fazit

Vielleicht bin ich zu sehr auf den Mainstream fixiert, aber gelegentlich gucke ich, was sich so an der Selfpublishing-Front tut. Leider, ihr kennt das ja auch, gibt es so viel, was man gern lesen möchte und die physischen Bücher lasten schwerer auf mir als irgendetwas, das ich heruntergeladen habe. Hinzu kommen überwiegend negative Leseerfahrungen bei gedruckten Werken, auch wenn ich mich da bislang auf sehr spezielle Nischen beschränkt habe. Gebranntes Kind? Vielleicht. Aber es ist nicht so schlimm, dass ich die ganze Szene verdamme. Ich habe nur leider nicht die Zeit, mich mit allem zu beschäftigen, was es auf der Welt gibt und die etablierten Verlage versorgen mich nach wie vor zu Genüge. Wie ist es mit euch? Ist Selfpublishing mittlerweile in der Lage, so gute Sachen zu produzieren, dass ich mir den Kauf von Büchern bei renommierten Verlagen sparen kann… Oder sogar sollte? Oder sollte ich, gerade wenn man an mein Bedürfnis nach einem guten Lektorat denkt, lieber doch bei meinen Lesegewohnheiten bleiben?

4 Kommentare zu „Montagsfrage: Sind deine Erfahrungen mit Indie-Autoren/Selfpublishern eher positiv oder eher negativ?

  1. Das mit den Verlagen ist echt verworren! Bei den FF habe ich auch den Eindruck, dass viel Boy’s Love etc. ist und es wenige Variationen gibt. Andererseits ist das Problem ähnlich wie bei den Büchern: Man muss die Nadel im Heuhaufen fien 🙂

    Gefällt 1 Person

Datenschutzhinweise: Die Kommentarangaben werden an Auttomatic, USA (die Wordpress-Entwickler) zur Spamprüfung übermittelt und die E-Mailadresse an den Dienst Gravatar (Ebenfalls von Auttomatic), um zu prüfen, ob die Kommentatoren dort ein Profilbild hinterlegt haben. Zu Details hierzu sowie generell zur Verarbeitung Ihrer Daten und Widerrufsmöglichkeiten, verweisen wir Sie auf unsere Datenschutzerklärung. Sie können gerne Pseudonyme und anonyme Angaben hinterlassen.

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s