Ich könnte über den Garten schreiben, dann müsste ich aber hinaus und Photos machen. Außerdem vorher harken und jäten und so … Und am Samstag ist eh Pflanzenflohmarkt, da kommt bestimmt noch was hinzu. Also neee, ich bleib lieber im Sessel sitzen.

Körperbilder steht noch in meiner Kladde, einfach so als dahin gerotztes Stichwort. Ich habe eine grobe Vorstellung von dem Beitrag, aber ich weiß noch nicht, ob der hierher gehört oder in meine Sammlung von Abrechnungen mit der Gesellschaft nebenan. Betrifft mich wie dich, weil Körper aber immer ein Problem sind und Modell für Gesellschaften sind, was für Zeitenwende statt Zeilenende.

Ich habe ein Buch ausgelesen, aber wollt ihr wirklich eine Rezension zu Eriksons „Jugend und Krise“ lesen? Sicher, sind ein paar nette Denkanregungen darin. Identität als Prozess zu verstehen, in dem die einzelnen, fragmentarischen Ich-Splitter zu einem Ganzen gefügt werden. Stetiges Wachstum, Auseinandersetzung mit Rollenerwartungen, etc. Ich habe einiges entdeckt, was „verwertbar“ ist, anderes wiederum war Mumpitz. Vvor Allem natürlich der Versuch, irgendwelche psychoanalytischen Wesenheiten auszumachen. Bei Erikson sind das gewisse aufeinanderfolgende Konflikte, die wir bearbeiten müssen, um am Ende ein vollwertiger Erwachsener zu werden. Zum normativen Gehalt sagt er nichts. Aber er vertritt zumindest ein niedlich-idealistisches Humanismus-Ideal in Form einer Weltgemeinschaft.
Nee, bei solchen Texten brauche ich Abstand, um irgendwann zu merken, welche Theorie-Versatzstücke sich in mein Unterbewusstsein eingegraben haben und mein Denken beeinflussen konnten, vulgo wertvoll sind.

Noch ein wenig mehr Selbstreferenz und darüber sinnieren, dass hier die Alltagsbanalitäten sitzen, die im Kontrast zur nebenan verhandelten Zeitenwende stehen? Sollte ich mal expliziter drüber nachdenken, was dann aber zu verändertem Blogging führt. Lieber später.

Reflexionen über den Unterschied von Überstundenabbau und Urlaub? Kommt am Ende nur bei raus, dass ich mich in beiden Fällen plötzlich dem gähnenden Abgrund der Langeweile gegenüber sehe. Den fülle ich dann mit einer Session Sims 3, dessen normativer Gehalt noch bedenklicher ist als der von Körperbildern.

Also worüber schreiben? Hier steht kochen und backen auf dem Blogprogramm, aber Brot gibt es samstags und die diversen Familienfeste sind erst in ein paar Tagen. Da gehe ich in Koch-Schonhaltung und mache keine großen Experimente. Außerdem ist der Sessel so bequem.

Ich habe wieder einen Roman angefangen. Die ersten 100 Seiten sind Mist. Jetzt gab es einen Turn, es könnte besser werden. Aber ich will es eigentlich momentan gar nicht rausfinden. Vor Allem mag ich nicht am Ende feststellen müssen, dass ich einen Verriss schreiben werde. Die beiden Autorinnen sind nämlich offenbar mal ein Blogprojekt gewesen. Da tut mir ein Verriss gleich doppelt weh, weil die beiden es dann ja „zu was gebracht haben“. Also keine Rezension zu schreiben, keine Lust weiterzulesen, aber doch mit guten Gründen, oder?

Ich glaube, ich sitze noch ein wenig hier, in drei Stunden ist eh Abendessenzeit. Da lohnt es sich nicht, etwas anzufangen. Ich könnte die Socken weiterstricken, die ich vor Weihnachten zur Seite gelegt habe. Aber mir fällt gerade eine Überschrift für den Beitrag hier ein

IMGP1220.jpg
Manchmal ist man wie vor die Wand gelaufen.

So, ich musste nach oben scrollen, bei Wikipedia die Schreibung des  Worts überprüfen und dann wieder hier runter scrollen. Außerdem habe ich doch gerade einen Blogbeitrag geschrieben und eine Überschrift dazu gefunden. Dann muss ich jetzt auch nicht mehr stricken, mir keine gliedernden Zwischenüberschriften überlegen, sondern kann hier sitzen bleiben und nichts tun. Hab ja heute doch was geleistet.

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