Jar Jar Abrams bäckt Brot und Kuchen mit Kirk und Chewbacca

Guten Morgen, Welt. Es ist Sonntag morgen und damit Zeit für eine neue Folge Downton Abbey (3×03). Derzeit frage ich mich, was ich mit der kommenden Woche Urlaub anfangen soll. Leichtsinnigerweise habe ich meine Kräuterbestände bereits gestern erweitert und eingetopft, der Spinat im Beet ist vereinzelt, das Brot ist gebacken. Heute gibt es Weizen-Dinkel-Mischbrot und ein Roggenvollkornbrot mit Leinsamen. Ich glaube, mit Dinkel backe ich jetzt häufiger. Erst das zweite oder dritte Dinkelbrot, aber alle schöner als jedes Weizenbrot, dass ich je gebacken habe. Schaut selbst:

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Wir hassen J. J.

Ich schweife ab, wie immer. Die mythenmetzsche Abschweifung ist nichts gegen Zeilenendes Exkurse, getarnt als Blogeintrag. Und schon schweife ich noch weiter ab, Schluss jetzt. Ich habe es diese Woche endlich geschafft, mir den neuen Star-Wars-Trailer anzuschauen und da ich heute fernsehe, nehme ich das doch glatt als Inspiration, um meinen Hass in Worte zu gießen: Wenn es einen Menschen auf der Welt gibt, dessen Name allein mich zur Weißglut treibt, dann ist es J. J. Abrams. Egal, welche Verdienste der Mann haben mag, er hat es gewagt, Star Trek zu entweihen. Statt das tote Franchise in Frieden ruhen zu lassen, hat er sich an der Leiche vergangen. Rote Materie, sinnlose Weltraumschlachten, viel Bumm und Explosion, wirklich alberne Überzeichnungen von Chekov, Scotty, Kirk und Spock, ich hätte sowohl bei Space Kids als auch Space Kids into Darkness abwechseln weinen und schreien können. Daran hat auch Benedict Cumberbatch nichts ändern können. Nun gibt es noch ein anderes klassisches Star Franchise. Passenderweise wurde auch das durch einen J. J. versaut, J. J. äh Jar Jar Binks. Na, wisst ihr jetzt, warum Abrams Star Wars machen darf? Dieses Universum ist schon von George Lucas restlos versaut worden, da kann er keine Schäden mehr anrichten. Und gleichzeitig haben sich meine Hoffnungen erfüllt, dass es womöglich irgendwann doch noch einen guten Star Trek Film geben wird, jetzt wo Abrams mit anderen Dingen beschäftigt ist.

Warum Abrams und Star Wars passen

Ernsthaft: Abrams und sein Weltraum-Action-Kino hat nicht zu meiner Vorstellung von Star Trek gepasst. Raumschlachten wirken in Star Trek immer wie Fremdkörper, das Science Element steht als ernsthafte Komponente mit im Mittelpunkt, wenn es düster wird, gibt es dennoch greifbare Hoffnung und bei aller Komik ist die immer wohldosiert und gleitet stets – manchmal haarscharf – am Klamauk vorbei. All das hat Abrams nicht geschafft, das originäre Star-Trek-Feeling kam in seinen Filmen nie auf, es blieb beim SciFi-Action-Popcorn-Feeling. Bei Star Wars sieht das anders aus. Star Wars lebt davon, dass das Böse erdrückend übermächtig ist, dass es Weltraumschlachten und Laserschwertgewirbel gibt. Auch Klamauk gehört dazu, man denke an die Geplänkel zwischen Han, Chewie und Leia, R2 und 3PO, die Cantina-Band, etc. Star Wars ist mythischer, es gibt die Macht, es gibt Maschinen, die Planeten sprengen. Science ist dekoratives Beiwerk, Mittel zum Zweck, wenn der Hyperantrieb mal wieder nicht funktioniert. Ich freue mich also wirklich. Es ist ja nicht Abrams allein, der am Trek-Desaster schuld ist. Damon Lindelof hat bewiesen, dass er nicht nur Star Trek hinrichten wollte, dem Alien-Universum hat er mit dem Prometheus-Drehbuch auch Grausames angetan, Alex Kurtzman hat sein Handwerk als Autor für Hercules „gelernt“ und Roberto Orci hat an Transformers und Cowboys & Aliens mitgearbeitet, da kann man einfach nichts  Gehaltvolles erwarten. Diese Herren dürfen weder am neuen Star-Trek- noch am neuen Star-Wars-Film mitarbeiten. Die drei Reiter der Apokalypse sind also raus und Abrams kann gutes Popcornkino. Genau das ist Star Wars (zumindest die Episoden IV – VI) immer gewesen. Abrams könnte Star Wars vielleicht sogar die Würde zurückgeben, die auch dieses Franchise hat und die Handelsverträge und Gungans beseitigt haben. Und für Star Trek besteht die Hoffnung, dass das besondere Gefühl wieder zurückkehrt. Meinetwegen darf Chekov dann auch ein hyperaktives, hochbegabtes Kindergartenkind bleiben.

P.S.: Um diesem Blog eine Kreisbewegung zu geben, kehren wir zum Anfang zurück. Ich habe nämlich auch eine Möhren-Nuss-Torte gebacken, die himmlisch schmeckt und deshalb auch hergezeigt werden will.

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5 Kommentare zu „Jar Jar Abrams bäckt Brot und Kuchen mit Kirk und Chewbacca

  1. Möhrennuss ist eine Aargauer Spezialität aus meiner (Schweizer) Heimat!
    Kennst du eigentlich Gemüsewähe? Gibts ja so in Dtld nicht. Was ähnliches wie Quiche oder Flammkuchen nur mit anderm Teig drunter und mit Eiermilch drauf.
    Dein Dinkelbrotrezept: Kannst du das mal posten? (Bäckst du mit Hefe, Sauerteig oder Backferment? Sieht nach 2.tem oder 3.tem aus?!)
    Viel Spaß beim Backen!

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    1. Ich nehme an, Gemüsewähe ist ein niedriger Mürbteigboden mit diversem Gemüse, übergossen mit Eiermilch und Käse? Dann kenne ich das, ja.
      Das Dinkelbrot ist mit Weizensauerteig gemacht, das Brot daneben mit Roggensauerteig. Luise und Konstantin wohnen bei mir dauerhaft im Kühlschrank.

      Hier das „Rezept“, Brot backe ich ziemlich frei Schnauze:

      500g Weizensauerteig, einstufig geführt und knapp 16h bei Zimmertemperatur gereift
      400g Dinkelmehl Typ 1050
      100g Weizenmehl Typ 1050
      100g Roggenmehl Typ 1150
      knapp 25g Salz
      Etwa 250ml Wasser(glaube ich zumindest)

      Ordentlich verkneten, dann etwa 7 Minuten darauf einschlagen, weiterkneten, auf die Arbeitsplatte werfen, etc, bis sich der Teig „richtig“ anfühlt und nicht mehr an den Fingern klebt. Dann rundwirken und etwa 4h ins Gärkörbchen. Ofen und Backblech gut vorheizen, bei 250 Grad für etwa 15 Minuten unter Dampf backen. Ich heize für diesen Zweck immer ein zweites Blech unter dem Brotbackblech mit Wasser auf.
      Nach den 15 Minutenauf 200 Grad runterregeln und das Blech mit dem Wasser herausnehmen. Weitere 30 Minuten backen. Dann auf 180 Grad runterdrehen und nochmal etwa 20 Minuten fertig backen.

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      1. Oh, das ist dann ungefähr so, wie ich es immer gemacht habe, als ich ebenfalls eine Luise und einen Konstantin im Kühlschrank hatte. Selbst gezogen aus einem selbstgegärten Ansatz. Auch immer schön frei Schnauze. Ich hatte gehofft, dass du mit Backferment backst, weil – das habe ich so noch nie wirklich gemacht und ich persönlich mag es vom Geschmack her am liebsten. Am zweitliebsten Sauerteigbrot und dann Hefe, was ich eigentlich nicht sooo mag. Was genau heisst eigentlich Typ 1050 und 1150? Bei uns gibts einfach Weißmehl, Halbweißmehl und Vollkornmehl – und gut ist.
        Das Backen unter Dampf kenne ich so nicht. Ich stelle zuweilen eine Schale mit Wasser auf den Boden des Backofens. Ich backe 10 Minuten mit voller Pulle und die restliche Zeit dann bei 190.

        Brotbacken ist was tolles. Mir fehlt zurzeit die Zeit. Und Musse auch. Aber ich werde wohl wieder anfangen. Du hast mich ordentlich angefixt!

        Ja, Wähe ist das was du da schreibst. Mag ich sehr.

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      2. Dann habe ich ja ein gutes Werk getan. 🙂 Solche Wähen mag ich auch gern, esse sie aber nur selten, weil ich meinen Kohlenhydratbedarf weitestgehend über Brot, Kartoffeln und Süßkram (bei der ganzen Lauferei im Job essentiell) abdecke. Nudeln, Reis und sonstiges Teigwarenzeug finden da nur selten den Weg auf den Speiseplan.
        Mit Backferment habe ich leider gar keine Erfahrung, kann ich also nichts zu sagen. Aber ich kann dich nur ermutigen, wenn dich die Lust wieder gepackt hat, probier es aus, sobald die Muße da ist. Für mich bedeutet Brotbacken immer: Jetzt geht das Wochenende los, das befreit mich vom Stress der Arbeitswoche. Da kann ich nach Herzenslust im Teig matschen und ausprobieren, was passiert, wenn ich dieses und jenes hineinwerfe und habe immer was Leckeres am Ende, das Bäckerbrot hier schmeckt nämlich immer gleich, hat die gleiche weiche Konsistenz, … Obwohl es immerhin keine aufgebackenen Teiglinge sind und ich mir so das Brötchenbacken sparen kann. Nur Gewürze habe ich verboten bekommen, da steht die Familie nicht so drauf. 🙂
        Was das Dampfbacken mit dem Blech angeht, mache ich das so, weil ich mich nicht traue, eine Schüssel direkt auf den Ofenboden zu stellen, mir dss Brot ohne Dampf aber nicht knusprig genug wird und ich auch beim Besprühen des Laibs vor dem Backen mit dem Ergebnis nicht zufrieden war. Ich will einen Dampfgar-Heißluftofen wie auf der Arbeit. 🙂
        Zuletzt noch zum Mehl. Die Typenzahlen geben den Ausmahlgrad an, wie viel von der Schale noch im Mehl enthalten ist und gibt damit Auskunft über den Mineralstoffgehalt. Weizen- und Dinkelmehlmehl Type 1050 sowie Roggenmehl Type 1150 entsprechen lt. Wikipedia in etwa dem, was in der Schweiz wohl als Ruchmehl gehandelt wird, s. hier: http://de.m.wikipedia.org/wiki/Mehl#Mehltypisierung

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