Persönliche Schwächen am Rhein

Ich habe erst überlegt, etwas über den Bahnstreik zu schreiben. Andererseits ist das eher was für Alltag vs. Geschichte. Ich könnte mich darüber auslassen, wie undankbar der gemeine Berufspendler ist und das Solidarität die Zärtlichkeit unter den Lohnsklaven ist oder so. Aber da ich heute an einer Autobahnabfahrt etwa eine halbe Stunde im Stau stand, bin ich dafür zu müde und widme mich leichter Muse. Ich zeige euch ein paar Bildchen und plaudere etwas aus dem beruflichen Nähkästchen.

Persönliche Schwächen I

Irgendjemand hat meinen Bewohnerinnen gesteckt, dass ich ein wenig (höhö) eitel bin. Jedenfalls habe ich heute besonders viele Komplimente bekommen, dass ich gut ausschaue. Dabei war meine Frisur eine Katastrophe, ich war schlecht rasiert und ich hatte ein Holzfällerhemd und Jeans an. Entweder stehen meine Damen also auf meinen James-Dean-für-Arme-Look oder die haben sich unabhängig voneinander verschworen, mich heute hoch zu nehmen. Ich würde ja auf Letzteres tippen und dass Kollegin P. sie dazu angestiftet hat … Da ich notorisch photoscheu bin, könnt ihr euch selbst nur ein Schwarzbild davon machen. 😉 Nachtrag: Und dass auch erst, wenn die WordPress App, mein Gerät und die Bilder sich vertragen haben und das alles hier irgendwie funktioniert.

Backrunde

In der Haushaltsrunde gab es heute mal etwas Kompliziertes, was die Koordination der Arbeitsabläufe angeht: Marmor-Kirsch-Streusel. Man stelle einen Rührteig her, färbe ein Drittel mit Kakao und mache Marmorkuchen auf dem Blech. Dann versenke man abgetropfte Schattenmorellen – oder Schnattermorellen, wie eine Bewohnerin immer sagt – darin und gebe Streusel drauf. Der Pfiff sind Haferflocken in den Streuseln, das kannten die Damen noch nicht. Fanden sie aber super. Der Kuchen war deshalb auch weniger streuselig als geplant. Ich weiß einfach, wie man alte Frauen glücklich macht …
Das Resultat war super, die Kolleginnen haben mir das letzte Stück Kuchen ins Dienstzimmer gerettet, ich war nämlich zur Kaffeezeit unterwegs (s.u.). Was für mich aber besonders toll war: Mein einziger Herr in der Runde hat heute kurz vorbei geschaut, ihm geht es wieder besser, und eine Dame der ersten Stunde hat ihr Tief auch überwunden. Sie wollte zwar nur gucken, aber als wir anfingen, packte es sie doch und sie hat alle Kleinigkeiten erledigt, die sie konnte.

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Persönliche Schwächen II

Ich habe wie gesagt nur die Reste vom Selbstgebackenen abbekommen, wir waren nämlich am Rhein. Und haben Käsekuchen mit Rosinen gegessen. Ich liebe Käsekuchen, wenn Rosinen drin sind. Und Streusel darauf. Streusel gab es leider nicht, aber da war ich bereit, Kompromisse zu machen, es waren Rosinen drin, verdammt! Und Streusel hatte ich heute morgen ja im Rohzustand. Achja, am Rhein war es auch schön. Den Bewohnern hats gefallen und so. Erwähnte ich, dass es Käsekuchen gab? Mit Rosinen? Aber leider ohne Streusel?
Nein, ernsthaft. Ich habe unsere Bewohner selten so glücklich erlebt. Wir hatten traumhaftes Wetter, es gab ein Gläschen Wein für jeden, der mochte, der Blick war wunderbar und die Sache mit den Schlössern, deren Schlüssel man wegwirft, fanden unsere Bewohner unglaublich romantisch. Die Jugend von heute hat manchmal doch ganz gute Ideen. Dass ein Team der Fraunhofer-Gesellschaft Radarmessungen gemacht hat, fand ich spannender als meine Bewohner, die Jungs waren aber leider zu beschäftigt, um groß Auskunft zu geben. Aber zum Trost hatte ich ja Kä… glückliche Bewohner, die sogar an meiner eigenwilligen Kurventechnik ihre Freude hatten. Rundum also ein gelungener Tag. Kann ich die bitte immer haben?

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Ein Kommentar zu „Persönliche Schwächen am Rhein

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